MIT veröffentlicht Bericht über den "Fall Aaron Swartz"

31. Juli 2013, 14:43
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Der Hacker hat im Jänner Selbstmord begangen

Das Massachusetts Institute of Technology hat nun einen Bericht veröffentlicht, um aufzuzeigen, welche Rolle die Hochschule im Umgang mit dem im Jänner verstorbenen Hacker und Aktivisten Aaron Swartz gespielt hat.

Kostenpflichtige Arbeiten veröffentlicht

Aaron Swartz hat im Jänner 2013 Selbstmord begangen, Familienmitglieder sind überzeugt, dass er dem Druck nicht standgehalten habe, den die US-Behörden auf ihn ausgeübt haben sollen. Ihm wurde vorgeworfen, wissenschaftliche Arbeiten von einem Rechenzentrum im MIT entwendet und veröffentlicht zu haben. Diese wissenschaftlichen Arbeiten waren zuvor nur mit einem kostenpflichtigen Zugang einzusehen.

Neutrale Instanz

Der Bericht wurde im Rahmen einer Untersuchung erstellt, nachdem das MIT dafür kritisiert wurde, sich bei der behördlichen Verfolgung von Swartz zu sehr zurückgenommen zu haben. Zuständig für die Untersuchung war Professor Hal Abelson. Dem Bericht zufolge soll die Hochschule niemals eine strafrechtliche Verfolgung veranlasst haben und sich einem Deal mit dem 26-Jährigen diesbezüglich niemals verschlossen haben. Die Universität bezeichnet sich in diesem Fall als neutrale Instanz.

Stärkes Mitwirken bei Debatten verlangt

"Als Community haben wir versagt, unseren Standards gerecht zu werden, die wir uns in der Vergangenheit selbst gesetzt haben", heißt es am Ende des Berichts, wie das "Wall Street Journal" berichtet. Konkret wird beanstandet, dass man Swartz' Rolle als Mitwirkenden bei Themen rund um Internettechnologien nie berücksichtigt habe. Die Vorgehensweise der US-Behörden werden im Bericht als "aggressive Verfolgung" bezeichnet. Als Konsequenz müsse sich die Hochschule mehr in Debatten einbringen, die den "Computer Fraud and Abuse Act" betreffen – ein US-Gesetz, das laut MIT zu wenig eingegrenzt werde.

Tragische Fälle in Zukunft vermeiden

Robert Swartz, der Vater des Aktivisten, kritisierte die Ergebnisse des Berichts und meinte, dass er aufzeige, dass das MIT unangemessen agiert habe. Die Familie hätte das MIT des Öfteren gebeten, den Fall niederzulegen. "Sie hätten mehr machen können, aber sie haben es nicht getan", so Robert Swartz. Er bittet die Hochschule, Änderungen herbeizuführen, um solche tragischen Fälle in der Zukunft zu vermeiden. (red, derStandard.at, 31.7.2013)

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    Der Aktivist Aaron Swartz

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