Porr erhält Koralm-Baulos in Kärnten

31. Juli 2013, 13:53
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Der Baukonzern sichert sich ein Auftragsvolumen von 300 Millionen Euro und will schon Anfang November beginnen zu bohren

Klagenfurt/Graz/Wien - Die ÖBB haben das dritte und letzte Hauptbaulos für den Koralmtunnel (KAT3) vergeben. Zum Zug kam die Porr AG. Veranschlagt ist das Baulos auf der Kärntner Seite der Koralm mit 300 Millionen Euro, wie die Bundesbahnen am Mittwoch in einer Aussendung mitteilten.

Billigstbieter

Während sich von der Steiermark aus zwei Tunnel-Vortriebsmaschinen vom weststeirischen Deutschlandsberg aus im Gebirge in Richtung Kärnten bohren - in der Südröhre mit 38 Meter pro Tag bei einer aktuellen Gesamtlänge von sieben Kilometern -, gingen nun die Mineure im Lavanttal in Startposition: Ab Anfang November wird auch am Kärntner Teil gebaut. Der Tunnel-Durchschlag wird im Jahr 2016 in der Südröhre angepeilt, einige Monate später in der Nordröhre.

"Nach europaweiter Ausschreibung und Prüfungsverfahren kristallisierte sich die Porr als Billigstbieter heraus. Die Vergabe erfolgte nach der gesetzlich vorgeschriebenen Stillhaltefrist ohne Einsprüche in den vergangenen Tagen", erklärte Vorstandsdirektor Franz Bauer von der ÖBB-Infrastruktur AG. KAT1 war an Granit und die deutsche Tunnelbaufirma Wayss & Freytag, KAT2 an die ARGE Strabag-Jägerbau vergeben worden.

Baltisch-adriatische Achse

Ab Anfang November werden vom Lavanttal aus zwei Tunnelröhren durch den Berg in Richtung Steiermark getrieben. Bei der Südröhre wird der bereits bestehende 7,6 km lange Sondierstollen durch Aufweitung auf das Vollprofil ausgebaut. Der Rest des Bauloses, rund 3,3 km, wird mittels "Neuer Österreichischer Tunnelbaumethode (NÖT)" errichtet. In der 12,6 km langen Nordröhre kommt - wie in beiden Röhren auf steirischer Seite - eine Tunnelvortriebsmaschine zum Einsatz. Die Vortriebslängen sind unterschiedlich, d.h. der Durchstich wird nicht parallel erfolgen.

Die rund 130 km lange Koralmbahn ist Teil der Baltisch-adriatischen Achse zwischen der Ostsee und den Häfen an der Oberen Adria. Das Herzstück, der 32,9 km lange Koralmtunnel, wird bei seiner Fertigstellung zu den längsten Tunnelbauwerken der Welt zählen. Die Strecke selbst ist sowohl für Schnell- als auch für Regional- und Güterzüge ausgelegt. Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 250 km/h sind möglich. Rund die Hälfte der Neubaustrecke ist bereits in Bau bzw. in Betrieb. So werden auf der "Zulaufstrecke" Graz- Weststeiermark von der Graz-Köflacherbahn seit 2011 jährlich rund 1,4 Millionen Fahrgäste befördert. (APA, 31.7.2013)

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    Der Tunnel-Durchschlag wird im Jahr 2016 in der Südröhre angepeilt, einige Monate später in der Nordröhre.

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