Grazer Wissenschafter an chinesischem Satellitenprojekt beteiligt

31. Juli 2013, 12:43
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"Electromagnetic Satellite" soll Zusammenhang zwischen elektromagnetischen Phänomenen und Erdbeben untersuchen

Graz/Peking - Ende 2016 soll die chinesische Mission "Electromagnetic Satellite" (EMS) starten. Die Aufgabe des dafür eingesetzten Satelliten wird es sein, natürliche elektromagnetische Phänomene zu untersuchen, die mit Erdbebenaktivitäten in Zusammenhang stehen können. Über die Messung elektromagnetischer Felder wollen Forscher unter anderem indirekt auf Spannungszustände im Erdinneren schließen. Man erhofft sich davon nicht zuletzt, künftig bessere Vorhersagen zu Erdbeben machen zu können.

Dazu wird der EMS-Satellit in eine niedrige, polare Erdumlaufbahn auf ca. 500 Kilometer Höhe gebracht. Das Instrument zur Messung der magnetischen Gleich- und Wechselfelder bis ca. 60 Hz besteht aus zwei unterschiedlichen Magnetometer-Typen und wird in einer Kooperation zwischen dem National Space Science Center (NSSC) der chinesischen Akademie der Wissenschaften, dem Grazer Institut für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und dem Institut für Experimentalphysik (IEP) der TU Graz entwickelt. IWF und IEP sind die einzigen europäischen Partner des Projekts.

Erste Tests absolviert

Die Grazer Forscher bauen dafür ein neuartiges skalares Magnetometer: Das sogenannte "Coupled Dark State Magnetometer" (CDSM) ermöglicht durch quantenmechanische Effekte eine rein optische Magnetfeldmessung, sagt Projektleiter Werner Magnes. "Mit dem CDSM wird ein in einer Glaszelle eingeschlossenes Alkalimetall durch mehrfach moduliertes Laserlicht zur Magnetfeldmessung angeregt", ergänzt IEP-Gruppenleiter Roland Lammegger das Prinzip der Grazer Entwicklung.

Erst kürzlich seien am Grazer IWF in Anwesenheit der chinesischen Partner erstmals die einzelnen Magnetometereinheiten gemeinsam getestet worden: "Durch unsere Neuentwicklung, die im Rahmen der EMS-Mission ihren Jungfernflug erleben wird, kann das Magnetfeld trotz der hohen Hintergrundfelder, wie sie bei niedrigen Erdumlaufbahnen auftreten, mit der benötigten Absolutgenauigkeit gemessen werden", betonte Magnes die Bedeutung des Grazer Missionsbeitrages. (APA/red, derStandard.at, 31. 7. 2013)

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