ORF-Chef erinnert Moderatoren: Politische "Sympathieerklärungen unvereinbar"

31. Juli 2013, 12:06
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Wrabetz warnt per interner Mitteilung auch vor "Missbrauch": "Nach Möglichkeit" keine Politiker in TV-Unterhaltung, "insbesondere in Live-Sendungen"

Wien - ORF-General Alexander Wrabetz erinnert mit zwei internen Mitteilungen alle Führungskräfte, wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk mit Wahlzeiten umzugehen hat.  "Aus gegebenem Anlass" (offenbar die Wahl) weist Wrabetz darauf hin, dass regelmäßig tätige ORF-Moderatoren "unabhängig zu agieren haben". Und er betont in der zweiten Mitteilung, dass Politikerauftritte in ORF-Sendungen "für wahlwerbende Zwecke missbraucht werden können bzw. so interpretiert werden". Zwei Monate vor der Wahl hätten sie in Sendungen abseits der politischen Information "nach Möglichkeit zu unterbleiben".

Auch Auftritte von "Personen öffentlichen Lebens“, die keine Politiker sind, könnten nach der Erfahrung "mitunter für Statements mit wahlwerbender Wirkung missbraucht werden - insbesondere in Live-Sendungen“. Wrabetz: "Dieses ist nach Möglichkeit auszuschließen“.

Wrabetz erinnert - wie vor jeder Wahl - auch: "Die Glaubwürdigkeit von Objektivität, Unparteilichkeit und journalistischer Unabhängigkeit leidet, wenn die dazu Verpflichteten parteipolitisches Engagement zeigen. Im Sinne des ORF ersuche ich, auf derartige Aktivitäten zu verzichten, bereits genehmigte Aktivitäten nochmals auf diese Kriterien zu überprüfen, und im Falle einer Interessenskollision mich vor einem beabsichtigten Engagement zu informieren“.

"Unvereinbar“ seien (laut Verhaltenskodex) für regelmäßige Moderatoren "politische Funktion oder Kandidatur dafür", "aktives Wahlengagement" und "demonstrativ öffentlich politische Sympathieerklärung mit Bild, Name bzw. Unterschrift".  Sozialspots ("Beiträge im Dienste der Allgemeinheit") untersagt Wrabetz in den letzten vier Wochen vor der Wahl.  (fid, derStandard.at, 31.7.2013)

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