Amazon sperrt Konten von "auffälligen Rücksendern"

31. Juli 2013, 11:51
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Wer zu häufig Ware wieder retourniert, wird offenbar dauerhaft gesperrt

Der deutsche Ableger des Online-Händlers Amazon soll im Rahmen einer groß angelegten Aktion die Nutzerkonten zahlreicher "notorischer Rücksender" gesperrt haben. Wie viele Konten genau betroffen sind bzw. wie die Rücksenderate aussieht, um auf Amazons Radar zu erscheinen, ist nicht bekannt, denn das Unternehmen hat sich dazu noch nicht geäußert.

Problem für Kindle-User

"Caschys Blog" berichtet, dass ein Leser des Mediums einen E-Mail-Wechsel mit dem Unternehmen hatte, der vermuten lässt, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt. Zum Problem wird dies vor allem für Nutzer des E-Book-Readers Kindle.

Keine weiteren Bestellungen möglich

Amazon hat dem betroffenen User eine E-Mail geschickt, in der das Unternehmen festhält, dass der Betroffene auffällig oft Artikel wieder retourniert habe. Amazon möchte mit der E-Mail den User deshalb darauf hinweisen, dass sein Konto gesperrt werde und keine weiteren Bestellungen entgegengenommen werden könnten. Diese Sperrung würde nicht ohne gründliche Prüfung des Gebrauchs der Rücksendemöglichkeit vorgenommen werden. Die Entscheidung sei endgültig. "Caschys Blog" hat eigenen Angaben zufolge die E-Mails überprüft, es handle sich tatsächlich um Korrespondenz von Amazon.

Auch Vielkäufer betroffen

Zur Folge hat dies für den User auch, dass er künftig keine Bücher mehr über den elektronischen Büchershop von Amazon erwerben kann. Der User versicherte, dass er jährlich mehrere Tausend Euro bei dem Online-Händler ausgegeben und prinzipiell nur solche Ware zurückgesendet habe, die beschädigt oder anderweitig nicht in Ordnung war.

Recht auf kostenpflichtige Rücksendung

Amazon hat bisher Kunden Ware kostenlos retournieren lassen. Eine neue EU-Verbraucherrechte-Richtlinie hat zu Jahresbeginn festgelegt, dass Unternehmen ihren Kunden die Rücksendung in Rechnung stellen können. Viele Online-Shops machen mittlerweile von diesem Recht Gebrauch. Warum Amazon nicht auf diese Regelung setzt und stattdessen Userkonten sperrt, ist nicht bekannt. Unsicher ist auch, ob es die Möglichkeit gibt, das Konto irgendwann wieder entsperren zu lassen. (red, derStandard.at, 31.7.2013)

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