SPÖ will Freifahrt für Studierende wieder einführen

31. Juli 2013, 11:42
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Auch Freifahrt für alle Schüler und Lehrlinge geplant - Kosten noch unklar

Freifahrt für alle Jugendliche, auch für Studierende: Mit diesem Wahlzuckerl will die SPÖ im Vorfeld der Nationalratswahlen die jüngere Zielgruppe ansprechen. Künftig sollen alle jungen Menschen, die einer Ausbildung nachgehen, bis 24 Jahre gratis alle öffentlichen Verkehrsmittel benutzen dürfen.

Derzeit gibt es ein Jugendticket um 60 bzw. 96 Euro, das SchülerInnen und Lehrlingen Freifahrt zusichert, in Wien, Niederösterreich, dem Burgenland und Tirol. Dieses sollte laut Regierungsplänen auf alle Bundesländer ausgeweitet werden. Die SPÖ will nun darüber hinaus auch Studierende miteinbeziehen und Öffis für diese Zielgruppen gänzlich gratis anbieten.

Kosten unklar

Wie viel das kosten soll, ist noch unklar. Wolfgang Moitzi, Vorsitzender der Sozialistischen Jugend, schätzte die Gesamtausgaben für die Jugendfreifahrt im derStandard.at-Gespräch auf eine Millarde Euro, meinte aber, dass man derzeit noch nichts Konkretes sagen könne. Zudem sei auch die Schülerfreifahrt auf dem Schulweg, die derzeit in allen Bundesländern besteht, in diesem Milliardenbetrag inbegriffen.

Gegenwärtig schießt der Staat jenen Verkehrsbetrieben, die das Jugendticket bereits anbieten, rund 400 Millionen Euro aus dem Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) zu. Zusätzliche Kosten würden durch die Ausweitung auf das gesamte Bundesgebiet und auf Studierende entstehen. Der Kostenfaktor sei aber "hier nicht entscheidend", so Darabos.

Im Regierungsprogramm haben sich SPÖ und ÖVP auf eine Ausweitung des Jugendtickets auf alle Lehrlinge geeinigt. Dass eine mögliche Neuauflage der Großen Koalition die Freifahrt für alle Jugendliche in Ausbildung beschließen könnte, hält SJ-Vorsitzender Moitzi dennoch für möglich. "Ich gehe davon aus, dass das umgesetzt wird", so Moitzi. Auch Darabos hofft offenbar auf eine Zusammenarbeit mit dem Koalitionspartner. "Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner ist diesem Thema gegenüber nicht abgeneigt", meinte er. 

ÖVP: "Nichts Neues"

Eine Sprecherin der ÖVP-Bundeszentrale sagte am Mittwoch gegenüber derStandard.at, das SPÖ-Modell sei "weder neu, noch von der SPÖ". Eine Ausweitung auf alle Bundesländer sei ohnehin für dieses Jahr vorgesehen gewesen, zudem habe Mitterlehner selbst eine Ausdehnung auf die Studierenden "vor einem halben Jahr vorgeschlagen". Für die Finanzierung der Öffi-Freifahrt für Studierende sei allerdings SPÖ-Infrastruktuministerin Doris Bures zuständig. (lis, mas, derStandard.at, 31.7.2013)

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