Die Wiederbelebung der Else vom Praterstern

31. Juli 2013, 10:41
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Ab Freitag ist das Café Else in der Heinestraße, das auch in einigen Wien-Krimis vorkam, runderneuert und wieder geöffnet

Wien - Vom alten Café Else bleiben nur die Schilder vor der Tür. Die Inneneinrichtung entfernte der neue Lokalbetreiber gänzlich - und stieß dabei zum Teil auf Wiederbelebbares. Unter der Laminat-Wandverkleidung kam eine Holztäfelung zum Vorschein. "Die haben wir restauriert", sagt der neue Else-Wirt Roland Schweizer.

Schweizer gehört selbst seit Jahren zum Inventar - allerdings in einem anderen Lokal: Er kellnerte im Rhiz am Lerchenfelder Gürtel. Am 2. August eröffnet er sein eigenes Beisl, in der Heinestraße 36 im zweiten Bezirk. Das neue Café Else soll Tageskaffeehaus und Ausgehbar in einem sein. Es sperrt um 10 Uhr auf und um 24 Uhr zu, dazwischen gibt es Frühstück, Fingerfood, diverse Tapas - und manchmal Livemusik. Wobei man, so Schweizer, "erst einmal austesten muss, wie laut wir sein dürfen".

Krimi-Geschichte

Das alte Café Else spielte in einigen Wien-Krimis mit und hatte wegen seiner Nähe zum Rotlichtviertel am Prater lange Zeit den Ruf, ein Anbahnungslokal zu sein. Geführt wurde es fast vierzig Jahre lang von "Frau Else". Sie erschien stets in Arbeitsschürze, hielt sich tagesgeschäftlich allerdings zurück. Hinter der Schank führte "Herr Kurt" - beachtlicher Schnauzer, Hemd und Hosenträger - das Regiment.

Nachdem Frau Else gestorben und Herr Kurt in Pension gegangen war, hatte das Café längere Zeit zu. Ab Freitag ist es wieder geöffnet. (stem, DER STANDARD, 31.07.2013)

 

  • Roland Schweizer ist neuer Else-Wirt im zweiten Bezirk.
    foto: andy urban

    Roland Schweizer ist neuer Else-Wirt im zweiten Bezirk.

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