EU prüft auch in Österreich Beihilfen an Fußballclubs

30. Juli 2013, 20:34
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Finanzministerium sieht keine Anhaltspunkte - Formelle Verfahren nur gegen fünf niederländische Vereine

Die EU-Kommission prüft, ob öffentliche Zuwendungen an Profi-Fußballclubs mit dem EU-Beihilfenrecht vereinbar sind. Nach Angaben der "Tiroler Tageszeitung" (Dienstag-Ausgabe) erhielt Österreich bereits am 1. Oktober ein Auskunftsersuchen der Brüsseler EU-Behörde. Österreich habe erst nach Aufforderungen am 14. März und 10. Juli reagiert. Laut Finanzministerium liegen"keine Anhaltspunkte für eine allfällige Gewährung einer staatlichen Beihilfe an Profifußballvereine vor", schreibt die Zeitung.

Die EU-Kommission erklärte auf Anfrage der APA, dass bisher nur niederländische Fußballclubs Ziel einer formellen Untersuchung der EU-Kommission sind. Sie betrifft die Vereine NEC Nijmegen, MVV Maastricht, Willem II Tilburg, PSV Eindhoven und FC Den Bosch.

So beanstandet die Kommission etwa, dass die Gemeinde Nijmegen 2,2 Mio. Euro für eine Forderung des NEC bezahlte. Eindhoven kaufte für 48,385 Mio. Euro Land vom PSV und verpachtete es dann an den Club. Maastricht verzichtete auf eine Forderung von 1,7 Mio. Euro gegen den MVV und kaufte das Stadion für 1,85 Mio. Euro. Tilburg senkte die Stadionmiete rückwirkend, was dem Verein einen Vorteil von insgesamt 2,4 Mio. Euro verschaffte. Den Bosch verzichtete auf eine Forderung von 1,65 Mio. Euro gegen den lokalen Club und kaufte ein Trainingsgelände für 1,4 Mio. Euro.

Untersuchungen im Vorstadium

"Abgesehen davon hat die Kommission auch Informationen und Beschwerden erhalten über angebliche Zuwendungen an Fußballclubs in anderen Mitgliedstaaten", hieß es aus der EU-Kommission. Die Untersuchungen der EU-Kommission seien dabei noch in einem Vorstadium. Offiziell werden von der EU-Kommission keine Namen von betroffenen Vereinen genannt.

Aus Medienberichten und aus Anfragen aus dem EU-Parlament geht jedoch hervor, dass einige bekannte Clubs betroffen sind. So untersucht die EU-Kommission etwa Steuer- und Sozialversicherungsregeln bei spanischen Clubs. Geprüft wird auch eine Beschwerde zu einem Grundstücksgeschäft zwischen der Stadt Madrid und Real Madrid von 2011. Auch eine finanzielle Intervention der Region Valencia zugunsten von drei Fußballclubs in finanziellen Schwierigkeiten prüft die EU-Behörde. Beschwerden gibt es auch zu Hilfen für die britischen Clubs Tottenham Hotspurs and West Ham sowie für schwedische Fußballclubs.

Was die Vorgehensweise der EU für österreichische Vereine - denen in der Vergangenheit immer wieder von öffentlicher Seite unter die Arme gegriffen wurde - bedeuten könnte, ist noch offen. Seitens der österreichischen Bundesliga hieß es am Dienstag auf APA-Anfrage lediglich, man wisse zu diesem Thema nichts. (APA, 30.7.2013)

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