Deppensteuer

Kolumne30. Juli 2013, 19:11
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Gerade in der IT-Welt lauern hinter jeder Ecke Ausgaben, auf die man gerne reinfällt

Ab einem gewissen Alter verfestigt sich das Gefühl, dass die das ganze Leben akkumulierten Deppensteuern – Ausgaben, die man aufgrund mangelnder Information oder Fähigkeiten tätigt – mindestens den Gegenwert einer kleinen griechischen Insel erreicht haben. Die könnte man jetzt kaufen, hätte man das Deppensteuer-Geld noch.

Für jene noch im tiefsten 20. Jahrhundert Geborenen wie mich ist besonders die IT-Welt eine, in der Deppensteuern hinter jeder Ecke lauern. Und die Lernfähigkeit ist beschränkt: hoffentlich, weil der Kopf schon mit anderen Sachen voll ist, vielleicht hätte man aber auch in den vergangenen Jahrzehnten weniger Wein kaufen sollen (und könnte sich mit Wein- und Deppen­steuer-Geld schon eine mittlere griechische Insel kaufen).

Auch heuer bin ich wieder auf das optische Warngekreische meines PC-Antivirusprogramms (einer durchaus seriösen Firma) reingefallen: Als es "0 Tage Schutz" verkündete, schmiss ich die Nerven weg und kaufte ein neues, mit automatischer Verlängerung. Um zu entdecken, dass ich das nämliche Programm – mit automatischer Verlängerung – bereits installiert und laufen habe, es läuft erst in ein paar Wochen ab. Da war die Kreditkartentransaktion schon erfolgreich getätigt.

Mit der Frage, ob das erste Programm nun in ein paar Wochen automatisch verlängert wird, möchte ich mich gar nicht befassen. Da mache ich mir lieber eine Flasche Wein auf. (guha, DER STANDARD, 31.7.2013)

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