Landwirtschaft leidet immer stärker unter der Dürre

30. Juli 2013, 17:11
31 Postings

In Kärnten und der Südsteiermark droht bei Körnermais Totalausfall - Auch im Norden mehr Probleme

Wien - Wegen der anhaltenden Trockenheit gibt es teils alarmierende Aussichten für die kommende Ernte. Laut ZAMG-Meteorologen gab es im Juli österreichweit nur 35 Prozent der durchschnittlichen Regenmenge dieses Sommermonats seit Messbeginn 1858. In Süd- und Ostösterreich fiel der Juli besonders trocken aus. Aber auch im Unterinntal und im Grenzgebiet zwischen Salzburg und Oberösterreich gab es sehr wenig Niederschlag.

Beim Körnermais drohen in Kärnten und der Südsteiermark Totalausfälle; der Wein gedeiht noch ganz gut. Das Trockenheits-Problem beim Mais schreitet laut der Hagelversicherung "Richtung Norden ins südliche Niederösterreich und ins Burgenland voran". Auch in Wien werden Ernteeinbußen bis zu 35 Prozent befürchet - mehr dazu hier. Leiden würden besonders Erdäpfel, Sonnenblumen, Sojabohnen und Ölkürbisse. Viel hänge nun davon ab, wie das Wetter in den nächsten Tagen und Wochen ausfallen werde.

Zu wenig Regen in den vergangenen Tagen

Günther Rohrer, Pflanzenbauexperte in der Landwirtschaftskammer, bedauerte, dass die Gewitterfront von Montag auf Dienstag im Osten mit nur wenig Regen durchgezogen ist. Nur im Westen brachte die Front Entspannung. Die Verluste bei der Ernte steigen täglich bei dem derzeitigen Wetter, so Rohrer. Teilweise hätten Landwirte in den besonders trockenen Gebieten Süd- und Ostösterreichs nach der Getreideernte bereits Probleme mit der Bodenbearbeitung. "Von Weizen und Gerste stehen noch Halme, die normalerweise geeggt werden - der Boden ist jetzt oft aber so hart, dass das fast nicht mehr möglich ist. Wir warten auf Regen", so Rohrer.

In Sachen Weinbau beruhigte Konrad Hackl, Geschäftsführer des niederösterreichischen Weinbauverbandes, für sein Bundesland. "Momentan gibt es noch kein Problem", sagte er. Wie üblich würden die Wein-Terrassen in der Wachau, im Kamp- und im Kremstal bewässert. Wenn es weiter sehr trocken und heiß bleibe, könne es möglicherweise zu Problemen kommen, so Hackl.

Steirischem Wein ist es zu trocken

In der Steiermark hingegen ist es auch dem (jungen) Wein regional zu trocken, sagte der dortige Weinbauverbandsobmann Hans Dreisiebner. "Im Großen und Ganzen" gebe es zwar kein Problem für den steirischen Wein. Aber: "Wenn es jetzt noch zwei Wochen trocken bleibt, wird es Probleme geben, vor allem beim Welschriesling. Auf nicht bewässerten Hangrücken ist es jetzt schon teilweise zu trocken, auch auf sandigen Böden mit wenig Lehmanteil."

Vor allem Jungweinanlagen, die heuer im Mai gepflanzt wurden, hätten jetzt schon Probleme. "Da sind die Weinbauern sehr gefordert. Sie müssen gießen, weil die Junganlagen sonst vertrocknen", erklärte Dreisiebner.

Probleme auch beim Obst

Arno Mayer, Pflanzen-Gruppenleiter in der Landwirtschaftskammer Steiermark, klärte über ähnliche Probleme bei den jungen Obstanlagen wie bei den jungen Weinanlagen auf. Bei Ertragsanlagen auf seichtgründigen Problemen sei es auch etwas zu trocken. "Ständig beobachtet" werde die Fruchtgröße, die trotz verhältnismäßig weniger Äpfel pro Baum heuer recht gering sei. "Da sind wir aber guter Hoffnung, dass wir die Kurve noch kriegen", sagte Mayer.

Auch die verschiedenen Beerenarten, die hierzulande gedeihen, brauchen Wasser. Manfred Wiesenhofer, Beerenobstfachmann der Landwirtschaftskammer Steiermark, erklärte, dass auch hier "einige Betriebe mit späten Beerensorten wie Heidel- und Brombeeren mit Trockenschäden zu kämpfen haben". Aber 80 Prozent der Betriebe hätten ihre Ernte ohne Trockenschäden bereits eingebracht. (APA,30.7.2013)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    In einigen Teilen Österreichs fiel im Juli maximal ein Viertel des sonst üblichen Niederschlags.

Share if you care.