Korallen könnten neuartigen Sonnenschutz für Menschen liefern

30. Juli 2013, 16:20
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Australische Wissenschaftsbehörde CSIRO berichtet über Fortschritte bei Entwicklung effizienter UVA- und UVB-Filter

Sydney - Um sich vor dem schädlichen Einfluss von UV-Strahlen zu schützen, haben Korallen einen eigenen sehr effektiven Schutzmechanismus entwickelt. Wissenschafter in Australien sind derzeit dabei, diesen speziellen Filter auch für den Menschen nutzbar zu machen. Mittlerweile ist es den Experten gelungen, die Filter so nachbauen, dass sie auch in Sonnencremes verwendet werden könnten, berichtete die australische Wissenschaftsbehörde CSIRO am Dienstag. Marktreif ist das Mittel allerdings noch lange nicht.

"Dieser Durchbruch bereitet das Feld für eine neue Generation von Sonnenschutzcremes mit Filtern, wie sie die Korallen des Großen Barrier Riffs über Millionen Jahre entwickelt haben", teilte die Behörde mit. "Die Filter sind durchsichtig, geruchslos und sehr stabil, und können deshalb in Cremes verwendet werden", sagte Projektleiter Mark York. Zu viel UV-Strahlung kann Hauptkrebs auslösen. Australien hat eine der höchsten Hautkrebsraten der Welt.

Forscher hoffen auf Marktreife in fünf Jahren

Die Sonnenschutzfilter der Korallen, die sowohl vor UVA- als auch UVB-Strahlen schützen, erforschten Wissenschafter des Meeresforschungsinstituts (AIMS) in den vergangenen 20 Jahren. CSIRO nutzte die Erkenntnisse, um zusammen mit einem Cremehersteller Filter zu entwickeln, die in Sonnenschutzcreme für Menschen verwendet werden können. Die neuen Cremes sollen nach Angaben von CSIRO innerhalb von fünf Jahren auf den Markt kommen.

"Das hört sich sehr interessant an", meint die Molekularbiologin Beate Volkmer von der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention. "Die Korallen sind ja davon abhängig, weil sie sehr großer UV-Strahlung ausgesetzt sind." Allerdings sei ausgehend von den Angaben der australischen Wissenschaftsbehörde noch nicht zu beurteilen, wie gut ein solcher Sonnenschutz beim Menschen wirkt. So müsse man wissen, welcher Teil des Lichtspektrums besonders gut weggefiltert wird. Auch der Direktor des Zentrums für Dermatologie am Wuppertaler Helios-Klinikum, Percy Lehmann, hält die Informationen für nicht ausreichend. "Weitere experimentelle Befunde müssen abgewartet werden, um eine fundierte Beurteilung abgeben zu können." (APA/red, derstandard.at, 30.07.2013)

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    Die Korallen des Großen Barrier Riffs schützen sich mit effektiven Filtern gegen die intensive Sonne. Australische Wissenschafter wollen diese Mechanismen als Vorlage für neuartige Sonnencremes nutzen.

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