Im sechsten Anlauf soll es klappen

30. Juli 2013, 15:38
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Schmidt sieht das klare Ziel: "Nächste Runde" - Red-Bull-Arena erstmals in einem Pflichtspiel ausverkauft - Fenerbahce wohl ohne Top-Goalgetter Sow

Salzburg - Auf Red Bull Salzburg wartet am Mittwoch (20.30 Uhr/live ORF eins) die erste Hürde auf dem Weg zur heiß ersehnten Teilnahme an der Fußball-Champions-League. Die "Bullen" kämpfen vor eigenem Publikum im Hinspiel der dritten Qualifikationsrunde gegen Fenerbahce um eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in einer Woche in Istanbul.

Seit der Übernahme durch Red Bull nahmen die Mozartstädter fünfmal vergeblich Anlauf auf die Gruppenphase, in dieser Saison soll es nun endlich klappen. "Wir werden mit breiter Brust einlaufen und alles in die Waagschale werfen, was wir uns in der Vorbereitung für dieses Spiel hart erarbeitet haben", versprach Trainer Roger Schmidt.

Über die Chancenverteilung macht sich der Deutsche keine Gedanken. "Mir ist es egal, ob wir Favorit oder Außenseiter sind. Wir wollen in die nächste Runde kommen." Um das zu schaffen, will Schmidt seine Mannschaft so offensiv wie bei den 5:1-Liga-Siegen über Wiener Neustadt und Austria agieren lassen - ungeachtet der drohenden Gefahren durch Konter. "Meiner Mannschaft kommt das Offensivspiel entgegen. Sie hätte größere Probleme, wenn sie taktieren müsste", beteuerte Schmidt.

Die Abwehrarbeit wird laut dem 46-Jährigen aber trotzdem nicht außer Acht gelassen. "Wir werden auch in der Defensive konsequent arbeiten", sagte Schmidt. Derart viele Chancen, wie sie die Austria am Sonntag vorgefunden hatte, wolle man nicht mehr zulassen. "Die Fehler aus diesem Match haben wir genau analysiert. Da müssen wir uns steigern, denn bei allem Respekt vor der Austria - Fenerbahce ist ein anderes Kaliber."

Unbekannter Gegner

Der türkische Vizemeister schaffte es in der Vorsaison ins Europa-League-Semifinale und kaufte im Sommer um einige Millionen Euro ein. "Fenerbahce hat mit Sicherheit internationale Klasse und sehr viel individuelle Qualität. Diese Mannschaft ist sehr präsent vor dem Tor und versteht es geschickt, das Zentrum zu besetzen und dort sofort den Abschluss zu suchen", meinte Schmidt.

Angst und bange wird dem Coach deswegen jedoch nicht. "Wir müssen mit einem starken Kollektiv, mit Geschlossenheit, viel Leidenschaft und Laufbereitschaft dagegenhalten. Ich bin zuversichtlich, dass uns das gelingt, denn wir sind in einem sehr guten Zustand und haben zuletzt genug Selbstvertrauen getankt. Wir haben einen genauen Plan", sagte Schmidt.

Sein Team steht im Gegensatz zu Fenerbahce schon voll im Meisterschaftsbetrieb - in der Türkei beginnt die Liga erst am 18. August. Dies wollte Schmidt nicht unbedingt als Vorteil sehen. "Wir wissen nicht, wie Fenerbahce spielt. Sie haben im Testmatch gegen PSV Eindhoven in der ersten und zweiten Hälfte taktisch unterschiedlich agiert."

Salzburg, Fener, Düdelingen

Unabhängig davon ist Schmidts Vorfreude auf die Partie groß, immerhin ist die Red-Bull-Arena erstmals in einem Pflichtspiel ausverkauft. Nach 28.793 abgesetzten Tickets wurde der Verkauf gestoppt - die komplette Kapazität von rund 31.000 Plätzen wird in Absprache mit Fenerbahce aus Sicherheitsgründen nicht ausgeschöpft. "Für uns sind die vielen Zuschauer eine zusätzliche Motivation und eine große Chance, die Fans vermehrt zurückzuholen", erklärte Schmidt.

Ähnlich äußerte sich Martin Hinteregger: "Für uns junge Spieler bedeuten die vielen Zuschauer keinen Druck, sondern einen zusätzlichen Ansporn." Der Innenverteidiger hofft auf eine Geringschätzung seitens der Türken. "Ich glaube, dass uns Fenerbahce unterschätzen wird. Das haben wir auch letzte Saison bei Düdelingen gemacht", erinnerte der ÖFB-U21-Teamspieler. "Ich glaube aber nicht, dass sie so arrogant auftreten werden, dass sie glauben, locker über uns hinwegzukommen."

Sein Clubkollege Kevin Kampl ist am Mittwoch mit neuer Frisur zu sehen: Nachdem die Salzburger ihre Fans aufgefordert hatten, in Rot-Weiß gekleidet zum Match zu kommen, ging der Slowene mit gutem Beispiel voran und ließ sich seine Haare rot-weiß färben.

Fenerbahces Top-Star Moussa Sow wird sich Kampls Mähne bestenfalls von der Ersatzbank aus ansehen. Der Top-Torschütze des Clubs in der vergangenen Saison ist strenggläubiger Muslim, hält sich genau an die Vorgaben im Ramadan und darf daher von Sonnenaufgang bis gegen 21.00 Uhr nichts essen und trinken. Somit kommt er für einen Einsatz wohl nicht infrage. (APA, 30.7.2013)

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    Will entfesselte Bullen sehen: Trainer Roger Schmidt.

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