Winzige "Labore" aus dem Tintenstrahldrucker

4. August 2013, 17:43
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Forscher wirken Verdunstung von nanometerkleinen Flüssigkeitstropfen entgegen und erzeugen so "Mini-Reaktor" für biologische oder chemische Experimente

Zürich - Der Trend, Bauteile und elektronische Gerätschaften auf immer kleinere Dimensionen zu schrumpfen, macht auch vor wissenschaftlichen Experimenten nicht halt: Nun haben Forscher der ETH Zürich mit Hilfe eines Tintenstrahldruckers winzige Tröpfchen so stabilisiert, dass sie die als "Mini-Labore" dienen können.

Das Team um Patrick Galliker und Julian Schneider hat dafür einen Tintenstrahl-Druckkopf verändert, den es eigentlich für den 3D-Druck von Nano-Elektrobauteilen entwickelt hatte, berichtete die Onlineplattform "ETH Life" am Dienstag. Damit konnten die Forscher nanometerkleine Flüssigkeitstropfen produzieren und präzise auf eine Oberfläche setzen, berichten sie im Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS). So erzeugten sie einen größeren Flüssigkeitstropfen und hielten ihn stabil, indem ständig etwas Flüssigkeit nachfloss. Dies wirkt der Verdunstung entgegen, die bei diesen Größenordnungen ein Problem darstellt.

"Mini-Reaktor"

Solche Tropfen können beispielsweise Chemikalien oder Biomoleküle enthalten und Forschern somit als "Mini-Reaktor" für biologische oder chemische Experimente dienen, schrieb die ETH. Bisher scheiterten solche Ansätze daran, dass mikrometergroße Tröpfchen extrem schnell verdunsten. Die Methode könnte in zwei Bereichen zum Einsatz kommen, erklärten die Autoren: In der Elektrotechnik, um winzige Elektronikbauteile zu drucken, und in den Biowissenschaften, um Mikroexperimente zu kontrollieren. (APA/red, derstandard.at, 03.08.2013)

  • Mit Hilfe eines modifizierten Tintenstrahl-Druckkopfes (Grafik links) ist es Schweizer Forschern gelungen, Mikrometer-große Tropfen (rechtes Bild, Blick von oben) zu stabilisieren.
    illu.: galliker et al, pnas 2013

    Mit Hilfe eines modifizierten Tintenstrahl-Druckkopfes (Grafik links) ist es Schweizer Forschern gelungen, Mikrometer-große Tropfen (rechtes Bild, Blick von oben) zu stabilisieren.

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