Fall von seltener Nervenkrankheit bei MS-Mittel

30. Juli 2013, 14:48
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Ein MS-Patient ist in Zusammenhang mit dem Medikament Fingolimod ("Gilenya") an Progressiver Multifokaler Leukenzephalopathie erkrankt

Ein mit dem Novartis-Medikament Fingolimod ("Gilenya") behandelter Multiple-Sklerose-Patient ist an einer seltenen und potenziell tödlichen Nervenkrankheit erkrankt. Der Baseler Pharmakonzern bestätigte am Dienstag, 30. Juli, erstmals einen Fall von Progressiver Multifokaler Leukenzephalopathie (PML).

Fingolimod ist ein erst Anfang 2011 zugelassenes, hoch wirksames MS-Medikament, welches das Immunsystem moduliert. Die Multiple Sklerose beruht auf schubförmigen und chronisch auftretenden entzündlichen Prozessen im Gehirn.

Die Substanz Fingolimod wurde ursprünglich geplantes Mittel gegen Abstoßungsreaktionen nach Organtransplantationen entwickelt, dann erfolgten die klinische Prüfung und die Zulassung als Medikament gegen die Multiple Sklerose. 

"Mehrere untypische Besonderheiten"

Zwar gab es bereits PML-Meldungen im Zusammenhang mit Gilenya, doch wurden diese auf eine vorangegangene Behandlung mit dem monoklonalen Antikörper Natalizumab ("Tysabri") des US-Biotechnologiekonzerns Biogen Idec zurückgeführt. Dieses Medikament ist für ein entsprechendes Risiko bekannt.

In beiden Fällen handelt es sich um hoch effiziente Arzneimittel, die auch nur von Spezialisten und nach strengen Regeln verschrieben werden dürfen. Das gilt auch für andere neue MS-Medikamente.

Nach Angaben von Novartis haben bisher rund 71.000 Patienten Gilenya erhalten. Der Konzern will zusammen mit dem behandelten Arzt prüfen, welche Faktoren zum Aufreten von PML beigetragen haben. Es gebe in dem Fall mehrere untypische Besonderheiten, hieß es. (APA/Reuters, 30.7.2013)

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