Verlagschef Dohle: Gedruckte Bücher kein Auslaufmodell

30. Juli 2013, 13:30
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Chef des weltgrößten Publikumsverlags Penguin Random House: Digitalgeschäft wird aber immer wichtiger

Frankfurt am Main - Das gedruckte Buch ist für den Chef des weltgrößten Publikumsverlags Penguin Random House kein Auslaufmodell. "Ich bin fest davon überzeugt, dass das gedruckte Buch immer einen großen Anteil unseres Geschäfts ausmachen wird", sagte der Vorstandsvorsitzende Markus Dohle der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Zugleich werde allerdings das Digitalgeschäft immer größer und wichtiger.

Der zum Bertelsmann Konzern gehörende Verlag Random House und die Buchsparte Penguin des Konzerns Pearson hatten Anfang Juli ihre Fusion besiegelt. Mit drei Milliarden Euro Umsatz, an die 11.000 Beschäftigten und einem Marktanteil von etwa 25 Prozent ist es der weltweit größte Verlag für Unterhaltung und Sachbücher. Bertelsmann hält 53 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen, Pearson 47 Prozent.

80 Prozent Umsatz mit gedruckten Büchern

Derzeit erwirtschafte der Verlag mit gedruckten Büchern noch immer 80 Prozent des Umsatzes, sagte Dohle. In Deutschland, wo die Random-House-Verlage allerdings nicht in den neuen Großverlag integriert wurden, liege der Anteil sogar bei 90 Prozent - "ganz zu schweigen von Lateinamerika und Asien, wo das Digitalgeschäft mit Büchern noch in den Kinderschuhen steckt".

Die Fusion sei kein Zeichen der Konfrontation mit Apple, Amazon oder Google, versicherte der Verlagschef. Grundsätzlich werde der Buchhandel globaler. Aus dem Wachstum von Amazon und Apple ergäben sich auch neue Wachstumschancen für Penguin Random House, denn diese Unternehmen seien wichtige Vertriebspartner. "Die Annahme, dass wir unter der Verhandlungsmacht von Amazon leiden, ist falsch", sagte Dohle vor dem Hintergrund der Macht von Amazon auf dem US-Digitalmarkt. Alle Beteiligten seien an partnerschaftlichen Lösungen interessiert. (APA, 30.7.2013)
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