Lehrerausbildung: Schnider Chef des neuen Qualitätssicherungsrats

30. Juli 2013, 13:09
9 Postings

Soll Umsetzung der neuen Lehrerausbildung begleiten - Stellungnahmen haben empfehlenden Charakter

Wien - Der ehemalige ÖVP-Bundesrat Andreas Schnider ist von den anderen fünf Mitgliedern zum Vorsitzenden des neuen Qualitätssicherungsrats für Pädagoginnen- und Pädagogenbildung gewählt worden. Das teilten Unterrichts- und Wissenschaftsministerium nach der konstituierenden Sitzung des Gremiums am Dienstag mit. Der Rat soll dafür sorgen, dass an Unis und Pädagogischen Hochschulen (PH) die gesetzlichen Vorgaben bei der neuen Lehrerausbildung auch in der Praxis eingehalten werden.

Für fünf Jahre bestellt

Zu Schniders Stellvertretern wurden die Erziehungswissenschafterin Tina Hascher und die Bildungspsychologin Christiane Spiel gewählt. Dem Rat gehören außerdem der Didaktiker Roland Fischer, die Sonderpädagogik-Expertin Maria-Luise Braunsteiner und der Altphilologe Wolfgang Kofler an. Die Mitglieder des Rats sind für fünf Jahre bestellt und weisungsfrei. Die nächste Sitzung soll Mitte September stattfinden.

Begutachtung von neuen Studien

Unis und PHs müssen künftig jedes neu konzipierte Lehramtsstudium zur Stellungnahme an den Qualitätssicherungsrat übermitteln, der dann nach einer Begutachtung am Papier und vor Ort eine Stellungnahme samt Verbesserungsvorschlägen dazu abgibt. An den PHs kommt dazu noch eine Überprüfung von "wissenschaftlichen und professionsorientierten Voraussetzungen", also von Personal und organisatorischen Strukturen. Auch bei der Entwicklung einheitlicher Aufnahmeverfahren, die es künftig nicht mehr nur an PHs, sondern auch an den Unis geben soll, wird der Rat eingebunden. Wie mit den Empfehlungen des Rats umgegangen wird, liegt aber in der Verantwortung der Hochschulen. Einmal pro Jahr soll es außerdem einen Bericht zum Stand der Lehrerausbildung geben.

Aufnahmeverfahren geplant

Die Reform der Lehrerausbildung sieht vor, dass künftig jeder angehende Lehrer zunächst ein Aufnahmeverfahren bestehen muss. Darauf folgt unabhängig vom Schultyp ein vierjähriges Bachelor- und ein für die Fixanstellung nötiges ein- bis eineinhalbjähriges Masterstudium. Die neue einjährige Berufseinführungsphase an der Schule erfolgt durch einen speziell ausgebildeten Mentor.

Angebote für Quereinsteiger ab Herbst

Erste Angebote für Quereinsteiger, die bereits ein dem Unterrichtsfach ähnliches Studium absolviert haben und in den Lehrerberuf wechseln wollen, sind bereits ab Herbst geplant. Spätestens 2015/16 ist die Umstellung der Ausbildung für Volksschullehrer geplant, die künftig fünfeinhalb statt bisher drei Jahre dauern soll. Spätestens 2016 soll die Ausbildung für Sekundarstufenlehrer folgen, die die bisher getrennte Ausbildung - Hauptschullehrer an den PHs, Lehrer für AHS und berufsbildende mittlere und höhere Schulen an den Unis - ersetzen soll. Während Volksschullehrer wie bisher allein an den PHs ausgebildet werden dürfen, muss bei Sekundarstufenlehrern der Master zumindest in Kooperation mit einer Uni angeboten werden. (APA, 30.7.2013)

  • Andreas Schnider hat bereits den Entwicklungsrat für die neue Lehrerausbildung geleitet.
    foto: livio srodic / hbf

    Andreas Schnider hat bereits den Entwicklungsrat für die neue Lehrerausbildung geleitet.

Share if you care.