Juli 2013: Ein Monat der Extremwerte

30. Juli 2013, 12:12
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Der sonnigste und trockenste Juli seit Beginn der Messungen, mit Ausnahme 2006 - Bei der Sonnenscheindauer gibt es einen neuen Rekord

Wien - Der zweitwärmste Juli seit Beginn der Temperaturmessungen 1767. Nur der Juli 2006 war heißer als der diesjährige. Genau so warm wie heuer war jedoch auch der Juli 1983. Die Mitteltemperatur war deutlich zu hoch, aber nicht rekordverdächtig, informiert Ubimet. Mit österreichweit nur 35 Prozent der normalen Regenmenge war es der trockenste Juli seit Niederschlags-Messbeginn 1858.

Wenig Regen

Nachdem Landwirtschaft und Tourismus im Frühling über Kälte und zu viel Regen klagten, kam im Juli das andere Extrem. "Vor allem im Südosten war auch der Juni schon trocken und es kam bei einigen Kulturen zu massiven Trockenschäden", sagt Ubimet-Meteorologe Michael Beisenherz.

In Mörbisch am Neusiedler See fielen im Juli nur 0,1 Liter pro Quadratmeter, in Bruckneudorf waren es 1,2 Liter. Sehr trocken war es aber beispielsweise auch in Niederösterreich in Gumpoldskirchen mit 7,2 Litern. Auch im Süden der Steiermark regnete es nur 8,2 Liter in Fürstenfeld, selbst die als trockenheitsresistent geltenden Steirischen Ölkürbisse haben derzeit Probleme mit Wassermangel.

Wenige, aber heftige Gewitter

Nur punktuell gab es überdurchschnittliche Regenmengen, etwa 44 Liter pro Quadratmeter in Kapfenberg im Mürztal am 3. Juli. Die meiste Zeit hielt eine nördliche Strömung unter Hochdruckeinfluss die Temperaturen auf einem sommerlichen, aber nicht extremen Niveau. Gegen Monatsende änderte sich dies jedoch, informiert Beisenherz: "Eine kräftige Südwestströmung führte extrem heiße Luft nordafrikanischen Ursprungs in den Alpenraum." Österreichweit wurden an insgesamt 32 Messstellen neue Stationsrekorde für den Juli aufgestellt.

Von Anfang bis Ende sonnig

Auch bei der Sonnenscheindauer gibt es einen neuen Rekord zu vermelden, der heurige Juli übertraf den bisherigen Rekordhalter Juli 2006 als sonnigsten Monat deutlich. Am längsten schien die Sonne dabei im Osten und speziell im Seewinkel mit knapp 377 Stunden in Andau. Aber auch die Wiener Hohe Warte brachte es mit 366 Stunden auf einen neuen Rekord in der seit 1884 bestehenden Messreihe.

Gewitter und Föhnsturm

Der bis auf lokale Wärmegewitter ruhige Monat fand schließlich noch ein stürmisches Ende, als eine markante Kaltfront mit teils unwetterartigen Gewittern aus Westen am 29. Juli die größte Hitze beendete. In der südlichen Steiermark brachte ein starker Föhnsturm aus Süden ungewöhnlich heftige Spitzenböen, verbreitet stürzten Bäume um und beeinträchtigten dabei auch die Südbahnstrecke. (red, APA, 30.7.2013)

  • Hund Damon suchte im Juli Abkühlung im Wörthersee.
    foto: privat

    Hund Damon suchte im Juli Abkühlung im Wörthersee.

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