Hängebrücke und "Treppe ins Nichts" eröffnet

30. Juli 2013, 11:29
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Knapp 100 Meter lange Brücke in luftiger Höhe errichtet - Stiege führt auf Glaspodest über Abgrund

Ramsau am Dachstein - Ein paar Tonnen schwerer und zwei Attraktionen reicher ist der Dachstein: Am Dienstag wurde die höchstgelegene Hängebrücke Österreichs sowie die "Treppe ins Nichts" in 2.700 Metern Seehöhe offiziell eröffnet. Bereits seit Mai bringen die neuen Panorama-Gondeln Besucher des "Daches der Steiermark" auf den Hunerkogel.

Seit Dezember wurde an der knapp 100 Meter langen Brücke gebaut, die ein Gefälle von zwölf Prozent aufweist. Es galt, etwa 30.000 Einzelteile in luftiger Höhe "auf einer der extremsten Baustellen der Alpen" zusammenzusetzen, so die Planai-Hochwurzen-Bahnen. Dabei wurden rund 63 Tonnen Stahl verbaut. Die Brückenkonstruktion hält Belastungen von 750 Kilogramm Schnee pro Quadratmeter sowie Windstärken von 250 Kilometern pro Stunde Stand. Sie ist direkt mit dem "Eispalast" verbunden und liefert einen Blick mehrere hundert Meter in die Tiefe.

Plattform aus Glas

In unmittelbarer Nachbarschaft liegt auch die "Treppe ins Nichts": Sie wiegt fünf Tonnen und führt Besucher 14 Stufen hinab auf eine kleine Plattform aus Glas. Sowohl von der Brücke als auch von der Stiege aus ist bei guter Witterung eine Sicht über die ganze Steiermark bis zum slowenischen Triglav-Gebirge möglich.

Der Dachstein - mit dem höchsten Punkt am Hohen Dachstein mit 2.995 m - ist einer der markantesten Gebirgszüge in den Ostalpen, eine Herausforderung für Alpinisten und im Rahmen der "Kulturlandschaft Hallstatt-Dachstein Salzkammergut" seit 1997 UNESCO-Weltkulturerbe. Den Gipfel teilen sich die Bundesländer Steiermark und Oberösterreich.

Große Veränderungen seit 1992

Der Bau der Bergstation am steirischen Hunerkogel (2.687 m) in den 1960er-Jahren stellte eine für damalige Verhältnisse technische Höchstleistung dar. Beispielsweise mussten 70 Meter tiefe Spalten mit Beton aufgefüllt werden, nachdem der Gipfel des Kogels vorher abgesprengt worden war. 1969 konnte die Dachstein-Gletscher-Bahn nach zweieinhalb Jahren Bauzeit fertiggestellt und zusammen mit zwei Gletscherschlepplift-Anlagen eröffnet werden.

Seither hat sich am Dachstein viel getan: 1992 wurde das Restaurant am Hunerkogel mit etwa 200 Sitzplätzen errichtet. 2003 ging die Seilbahn in den Besitz der Planai-Hochwurzen-Bahnen über. Allein in den ersten beiden Jahren unter neuer Führung wurden acht Mio. Euro in bessere Technik investiert. 2005 eröffnete der "Skywalk" und die "Himmelsleiter", 2007 folgte der "Eispalast", der bis zu acht Meter tief und 100 Meter weit ins ewigen Eis des Gletschers führt. Im Frühjahr 2013 nahmen die neuen Gondeln den Betrieb auf, wobei auf einer ein Balkon für bis zu zehn Personen für Nervenkitzel sorgt. (APA, 30.7.2013)

  • Für Nervenkitzel sorgen die neuen Attraktionen am Dachstein.
    foto: natdesign dachstein

    Für Nervenkitzel sorgen die neuen Attraktionen am Dachstein.

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