Mit GPS-Spoofing die Luxus-Jacht klauen

30. Juli 2013, 09:33
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StudentInnen zeigen, wie einfach sich unbemerkt die Route semi-autonomer Schiffe ändern lässt

Die Seefahrt ist zunehmend vom globalen Positionierungssystem GPS abhängig, werden die meisten Schiffe doch mittlerweile weitgehend automatisch gesteuert und lediglich durch Menschen überwacht. Dass dies durchaus auch seine Tücken birgt, zeigt nun eine Experiment von StudentInnen der University of Texas.

Testlauf

Im Juni dieses Jahres wurde ausprobiert, wie leicht sich die Route eines Schiffs mittels GPS-Spoofing verändern lässt. Zu diesem Zweck hat man sich eine 65 Meter lange Superjacht ausgeborgt. Im Rahmen des Experiments wurden über einen GPS-Sender falsch Signale ausgeschickt. Nach und nach überlagerten diese die richtigen GPS-Signale und das Schiff begann sich an dem Testsender zu orientieren.

Unbemerkt

In Folge gelang es tatsächlich die Route zu ändern - ohne dass auf der Brücke irgendetwas davon bemerkt wurde. Alle Geräte zeigten an, dass sich die Jacht weiter auf ihrem vorgegeben, geraden Kurs befand, obwohl sie längst eine Kurvenfahrt eingenommen hatte. Alarm wurde ebenfalls keiner ausgelöst.

Weitreichend

Todd Humphreys, der das Experiment geleitet hat, sieht in den Möglichkeiten von GPS Spoofing ein weitreichendes Problem. Immerhin würden 90 Prozent aller Frachttransporte per Schiff abgewickelt. Außerdem zeigt er sich davon überzeugt, dass der Hack auch mit vielen anderen semi-autonomen Systemen, wie sie etwa in Flugzeugen zum Einsatz kommen, funktionieren würde. (red, derStandard.at, 30.07.13)

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    Muss Roman Abramovich um seine Luxusjacht fürchten? Mittels GPS-Spoofing lässt sich der Kurs unbemerkt verändern.

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