Erste Bank mit Gewinneinbruch

30. Juli 2013, 12:53
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301 Millionen Euro bedeuten ein Drittel weniger Gewinn als im ersten Halbjahr des Vorjahres. Staatsgeld wird am 8. August getilgt

Wien - Am 8. August wird die börsenotierte Erste Group das 2009 eingeschossene staatliche Partizipationskapital (1,2 Milliarden Euro) vollständig zurückzahlen. Das gab Erste-Chef Andreas Treichl am Dienstag bekannt. Voraussetzung war, dass die jüngste Kapitalerhöhung im Juli glatt über die Bühne gegangen ist.

Keine Sondererffekte

Im ersten Halbjahr 2013 hat die Erste ein Drittel weniger Gewinn ausgewiesen als im ersten Halbjahr 2012. Hauptgrund: In den ersten sechs Monaten des Vorjahres hatte das Institut vor allem hohe Sondergewinne aus Hybridanleiherückkäufen (Einmalertrag 413 Millionen Euro) gebucht, womit damals teure Abschreibungen auf die Rumänientochter BCR (210 Millionen Euro) verdaut werden konnten.

Im ersten Halbjahr 2013 lag nun der Nettogewinn bei 301,2 Millionen Euro, nach 453,6 Millionen Euro. Firmenwertabschreibungen gab es aber auch heuer, allerdings geringere: Für die Erste Bank Croatia fielen 21,9 Millionen Euro an. Aus dem Verkauf der Ukraine-Tochter fielen noch 74,6 Millionen Euro an Belastungen an.

Rumänien in Gewinnzone?

Die Erste bekräftigte, im gesamten heurigen Jahr bis zu fünf Prozent weniger Betriebsergebnis einzufahren als im Jahr davor. Die Kreditrisikokosten sollten im Gesamtjahr um zehn bis 15 Prozent darunter liegen, obgleich sie im zweiten Quartal höher waren als im ersten Quartal. Der Vorstand bleibt auch beim Plan, dass die rumänische Tochter BCR im Geschäftsjahr 2013 in die Gewinnzone zurückkehren soll.

Die langjährige Verlustbringerin hat heuer im ersten Halbjahr einen Nettogewinn von 116,7 Millionen Euro ausgewiesen. Dabei half ein positiver Einmaleffekt in Form der Auflösung einer latenten Steuerverbindlichkeit von 127,7 Millionen Euro.

Ungarn bereitet Sorgen

Die Ungarn-Tochter der Ersten hat im Halbjahr den Verlust von 72,7 Millionen auf 98,9 Millionen Euro hingegen noch ausgeweitet. "Wir werden in Ungarn weiter Geld verlieren", sagte Treichl. Auf jeden Fall heuer und wohl auch nächstes Jahr. An einen Rückzug aus dem Land denkt die Erste nicht. "Es ist ein Kernmarkt für uns".

Andeutungen vonseiten des ungarischen Premiers Viktor Orban, der die Mehrheit des ungarischen Bankgeschäfts wieder gern in ungarischer Hand sehen würde, versteht Treichl als "eher politische Äußerungen." Er werde versuchen, Orban in nächster Zeit mit seinem Vater zusammenzubringen, für einen Austausch der Erfahrungen mit verstaatlichten Banken. "Vielleicht denkt er da um." Treichls Vater Heinrich, einst Chef der Creditanstalt, wird am Mittwoch 100 Jahre alt. 

Die mittlerweile verkaufte Ukraine-Operation hat den Halbjahresverlust von 17,8 auf 9,4 Millionen Euro halbiert. (APA, 30.7.2013)

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