EADS nennt sich künftig Airbus

29. Juli 2013, 18:00
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Neustrukturierung in drei Einheiten

Monster leben nicht unbedingt länger. Die "European Aeronautic Defence and Space Company", kurz EADS genannt, dürfte im jungen Alter von dreizehn Jahren das Zeitliche segnen. Vorsteher Tom Enders schlägt dem Verwaltungsrat am Dienstag einen kompletten Konzernumbau inklusive Namenswechsel vor: EADS soll in Zukunft wie sein bisheriger Hauptbestandteil heißen – Airbus.

Wenn der Verwaltungsrat das Ansinnen wie erwartet abnickt, wäre dies schon die zweite Revolution in der europäischen Luftfahrts- und Rüstungsindustrie seit 2000. Damals fusionierten die größten Branchenfirmen aus Deutschland, Frankreich und Spanien zu EADS. 

Enders will damit zweierlei erreichen: Erstens ist die gescheiterte Fusion mit der britischen BAE Systems – die bisher ärgste Schlappe des 54-jährigen Bundeswehroffiziers – vergessen; der Konzern bricht zu neuen Ufern auf. Zweitens ist der Anteil der drei beteiligten Staaten auf 28 Prozent (Deutschland und Frankreich je zwölf, Spanien vier Prozent) gesunken, und Enders gibt sich entschlossen, seine neue Freiheit als Konzernchef auszunutzen.

Deshalb organisiert Enders den Konzern neu in drei Einheiten. Hauptpfeiler bleibt der Bau ziviler Airbus-Flugzeuge mit einem Konzernanteil von 65 Prozent. Ansonsten wahren nur die Hubschrauber von Eurocopter ihre Eigenständigkeit. Der Rest soll wie bei Boeing in die neue Sparte "Verteidigung und Raumfahrt" verschmolzen werden. Dazu gehören die Satelliten von Astrium, die schwächelnde Rüstungssparte Cassidian, die Tankflugzeuge und der Militärtransporter A-400M. Sitz dieser Abteilung wäre in Ottobrunn bei München. (Stefan Brändle, DER STANDARD, 30.7.2013)

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