Die "Jahrhundertchance" der Austria

29. Juli 2013, 18:13
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Die Austria betritt in der Qualifikation zur Champions League die internationale Bühne. Der österreichische Meister hat Respekt vor dem isländischen

Wien - "Vor diesem Gegner habe ich absolut Respekt. Natürlich hat die Austria mehr Qualität, aber im Fußball gewinnt auch jener mit der größeren Überzeugung", sagte Austrias Trainer Nenad Bjelica am Montag und bezog sich auf das Spiel am Dienstag (18, ORF 1, Liveticker auf derStandard.at) in der Generali Arena. Dieser Gegner ist Islands Meister FH Hafnarfjördur, und das Spiel ist Teil eins der dritten Qualifikationsrunde zur Champions League.

Laut Bjelica wurde das 1:5-Debakel gegen Salzburg sowohl geistig als auch körperlich verarbeitet. "Wir schauen nach vorn. Ich bin überzeugt, dass wir nach der harten Niederlage aufstehen werden und ein anderes Gesicht zeigen." Damit Meister Austria nicht blöd dreinschaut, wurden die Isländer beobachtet und studiert. "Sie verteidigen mit elf Leuten, spielen taktisch diszipliniert und versuchen bei Ballgewinn zu kontern." In der zweiten Qualifikationsrunde haben sie den litauischen Klub Ekranas eliminiert.

Sturm warnte unfreiwillig

Dass Island nicht zu den Fußballzwergen gehört (zumindest aus österreichischer Sicht), weiß zum Beispiel Sturm. Die Grazer sind in der Europa-League-Quali am Tabellenvierten Breidablik gescheitert. Zum Drüberstreuen verloren sie am Sonntag daheim gegen Aufsteiger Grödig 0:2, das beruhigt wiederum die Austria. In sechs isländischen Spielen hat es im laufenden Europacup erst eine Niederlage gesetzt: Vestmannaeyja schied nach einem 0:2 gegen Roter Stern Belgrad aus.

Patrekur Johannesson ist erstens Isländer und zweitens Teamchef der österreichischen Handballnationalmannschaft. Drittens kennt er sich auch im Fußball aus. Er zählt Heimir Gudjonsson, den Trainer von Hafnarfjördur, zu seinen Freunden. "Gudjonsson ist das größte Plus." Der Erfolg von Breidablik gegen Sturm war für Johannesson typisch isländisch. "Kämpfen und nie aufgeben, das liegt uns eben im Blut. In Island sind die Fußballer zur Hälfte Profis und zur Hälfte Amateure. Das ist egal. Auch wenn du weniger Geld kriegst, kannst du zumindest genauso viel trainieren."

Die Austria träumt trotzdem von der Gruppenphase der Champions League. Bei einem Aufstieg wäre man in der letzten Qualirunde und fix in der Gruppenphase der Europa League. Nur 4600 Karten wurden verkauft, dabei wird mit dem Slogan "Jahrhundertchance" geworben. Ein Albtraum. Am Mittwoch ist dann Salzburg gegen Fenerbahce Istanbul dran. Dafür wurden bereits 25.000 Tickets abgesetzt. (red, APA; DER STANDARD, 30.07.2013)

Technische Daten und mögliche Aufstellungen zur Qualifikation zur Fußball-Champions-League - 3. Runde, Hinspiel:

FK Austria Wien - FH Hafnarfjördur (Dienstag, 18.00 Uhr/live ORF eins, Generali Arena, SR Bobby Madden/SCO).

Austria: Lindner - Dilaver, Rogulj, Ortlechner, Suttner - Mader - Gorgon, Stankovic, A. Grünwald, Jun - Hosiner

Ersatz: Kardum - Koch, Rotpuller, Ramsebner, Leovac, Holland, Murg, Royer, Okotie

Es fehlen: Simkovic (nach Wadenbeinbruch), Kienast, Vrsic (beide im Aufbautraining)

Hafnarfjördur: R. Oskarsson - Jonsson, Thorisson, B. Gudmundsson, Tillen - Vidarsson - Snorrason, Emilsson, Sverrisson, Palsson - Gudnason

Ersatz: Larusson - Bjarnason, Bödvarsson, Ingvarsson, I. Oskarsson, Ingason, Björnsson

Es fehlt: Furness (verletzt)

Rückspiel am Mittwoch, 7. August, 18.00 Uhr MEZ, in Hafnarfjördur. Der Sieger des Duells steigt in die vierte Qualifikationsrunde (Play-off) auf, Spiele am 20./21. bzw. 27. August.

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    Zuversicht und Respekt.

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