Fusionskarussell dreht sich wieder schneller

29. Juli 2013, 17:26
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Firmen gehen dank niedriger Zinsen auf Einkaufstour, zuletzt in der Pharmabranche. Doch nicht alle Banken profitieren

New York / Wien - Das Fusionskarussell dreht sich wieder. Der amerikanische Generika-Hersteller Perrigo schluckt für 8,6 Milliarden Dollar den irischen Pharmakonzern Elan. Damit endet ein monatelanger Übernahmekampf, den Elan mit der US-Investmentfirma Royalty Pharma ausgefochten hat. Elan hatte sich erbittert gegen den Kaufversuch von Royalty Pharma gewehrt - auch vor Gericht. Der nun erzielte Verkaufspreis liegt klar über dem Royalty-Angebot. Perrigo bietet den Elan-Aktionären je Aktie 6,25 Dollar in bar plus 10,25 Dollar in Perrigo-Aktien. Das entspricht einem Aufschlag von 10,5 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag.

Der Deal ist Teil einer neuen Übernahmewelle, die durch einige Großfusionen kräftig angeschwollen ist. Dem Standard vorliegende Daten von Dealogic zeigen, dass seit Jahresbeginn Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von 1538,9 Milliarden Dollar (1160,9 Milliarden Euro) über die Bühne gegangen sind. Damit ist das Jahr 2013 bisher das stärkste seit dem ersten Krisenjahr 2008. Zwar sind um ein Viertel weniger Übernahmen und Fusionen (Mergers & Acquisitions, M&A) als im selben Zeitraum des Vorjahres abgeschlossen worden, dafür waren sie im Schnitt deutlich größer.

So etwa ein Deal in der Medienbranche. Dort schmieden die französische Publicis und die US-Agentur Omnicom den größten Werbekonzern der Welt. Auch in der europäischen Telekombranche könnte dank des mexikanischen Milliardärs Carlos Slim Tempo in die Konsolidierung kommen.

Doch am größeren M&A-Kuchen konnten nicht alle Banken gleichermaßen naschen, zeigen die Daten von Dealogic. Unangefochten an der Spitze liegen die beiden US-Großbanken Goldman Sachs und JPMorgan, die 48 Prozent der weltweiten Transaktionen beraten haben. Deutliche Einbußen gab es bei Citigroup, Credit Suisse und Deutsche Bank, die alle knapp 91 bis 96 Milliarden Dollar weniger an Volumen betreuen als im Vorjahr. Aufwind bekommen kleinere Player. So sind bei der Omnicom/Publicis-Fusion alle großen Investmentbanken leer ausgegangen und zwei kleinere zum Zug gekommen (Rothschild, Moelis & Co.). Die 2007 gegründete Investmentbank Moelis zählt damit bereits zu den Top-15-Beratern. (sulu, DER STANDARD, 30.7.2013)

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    Wechsel im Rennen um große Unternehmensdeals: Kleinere Investmentbanken kommen zuletzt verstärkt zum Zug.

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