Bregenzer Initiative will Bahn weg vom See

29. Juli 2013, 17:06
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ÖBB beruhigt: Strecke wird nicht ausgebaut

Bregenzer Initiative will Bahn weg vom See ÖBB beruhigt: Strecke wird nicht ausgebaut Bregenz - Die Bahn soll weg vom Bregenzer Bodenseeufer. Das wünscht sich die Bürgergenossenschaft "mehramsee". Anrainer und Grundbesitzer am Seeufer haben sich zu dieser Initiative zusammengeschlossen. Ihr gemeinsames Ziel ist die Verlegung der Bahntrasse unter die Erde. Lautstark wurde am Sonntagabend am Bregenzer Stadtstrand "Pipeline" mehr See und weniger Bahn gefordert.

Mitinitiator Peter Girardi zeichnete ein Horrorszenario: Die Nahverkehrsstrecke würde zur Güterstrecke, die Trasse zwischen dem Schweizer St. Margrethen und dem deutschen Lindau zweigleisig ausgebaut. Nachts würde Bregenz zur Transitstrecke für Güterzüge. Begründet wird die Befürchtung mit der Verbesserung der Bahnstrecke zwischen München und Lindau, an deren Elektrifizierung sich die Schweizer Bahn finanziell beteiligt. Für die Bregenzer Bürger ein Grund mehr, die Nahverkehrsstrecke am See als künftigen Zubringer für die Schweizer Eisenbahn-Alpentransversale NEAT zu sehen.

"Ein paar mehr Züge täglich"

Bahnsprecher René Zumtobel winkt ab. Die Strecke Bregenz-Lindau bleibe eine Nahverkehrsstrecke. Für den zweigleisigen Ausbau gebe es weder Budgets noch einen Rahmenplan. Aktuell fahren durch Bregenz 86 Züge in 24 Stunden, 90 Prozent davon im Nahverkehr. Der Rest sind Fernverkehrszüge und "einzelne" Güterzüge. Veränderungen werde es beim Fernverkehr geben, sagt Zumtobel. Durch die Attraktivierung der Strecke Lindau-München würde die Verbindung Zürich-München schneller. Fast eine Stunde wird man sich dann sparen, man benötige dann noch drei Stunden und elf Minuten. Die Seeufertrasse sei für den Güterverkehr wenig attraktiv, sagt Zumtobel, die Prognose gehe von ein "paar mehr Zügen" täglich aus. Konkrete Zahlen soll bis Herbst eine Studie liefern, die in Kooperation mit dem Amt der Landesregierung erarbeitet wird.

Wenig Freude haben die Mitglieder von "mehramsee" mit dem Plan der ÖBB, zwei Bahnübergänge am Stadtstrand zugunsten eines neuen aufzulassen. Die Barriere zum freien Seeufer würde noch größer. Zumtobel beruhigt: "Die ÖBB möchte sichere und komfortable Bahnübergänge." Wo genau der neue Bahnübergang errichtet werden soll, möchte man auf Basis einer Frequenzanalyse herausfinden. Zumtobel: "Wir möchten die berechtigten Interessen Sicherheit und freier Seezugang verbinden." (jub, DER STANDARD, 30.7.2013) 3)

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