Mexikanischer Milliardär Slim macht Weg für KPN-Gebot frei

29. Juli 2013, 16:33
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Telekom-Austria-Kernaktionär hatte das Angebot von Telefonica für E-Plus als zu niedrig kritisiert

Dem geplanten Verkauf des Mobilfunk-Anbieters E-Plus an Telefonica droht auch Gegenwehr vom mexikanischen Milliardär Carlos Slim, der in Österreich Kernaktionär bei der Telekom Austria ist. Slim, einer der reichsten Männer der Welt, machte den Weg für einen möglichen Übernahmeversuch bei der bisherigen E-Plus-Mutter KPN frei.

Für den Telekom-Austria-Kernaktionär könnte es eine Möglichkeit sein, den Verkauf der deutschen KPN-Tochter noch zu verhindern. Denn Telefonica ist ein erbitterter Konkurrent seines Konzerns America Movil in Lateinamerika. Slim hatte das Angebot von Telefonica für E-Plus als zu niedrig kritisiert und seinen Widerstand gegen die Übernahme angekündigt.

Kündigung eines Stillhalteabkommens

America Movil gab am Montag die Kündigung eines Stillhalteabkommens mit KPN bekannt. Damit darf Slim seinen Anteil an Niederländern auf 30 Prozent oder mehr ausbauen. Das müsste nach niederländischen Bestimmungen ein Pflichtangebot an alle Anteilseigner nach sich ziehen. In der knappen Mitteilung gab es keine Angaben zu den weiteren Plänen von America Movil.

Slim, der mit Microsoft-Gründer Bill Gates um den Titel des reichsten Mannes der Welt wetteifert, war im vergangenen Jahr bei KPN eingestiegen. Die Investition bereitete ihm bisher wenig Freude: Slim bot damals acht Euro je Aktie, am Montag notierte das Papier auch nach einem leichten Kursanstieg bei rund zwei Euro.

KPN hatte jüngst den Verkauf seiner deutschen Tochter E-Plus an den O2-Betreiber Telefonica für 8,1 Mrd. Euro angekündigt, das Geschäft muss aber noch unter anderem die Prüfung der Wettbewerbshüter bestehen. Sie meldeten bereits erste Bedenken an. "Die Verringerung von vier auf drei Anbieter ist wettbewerbsrechtlich alles andere als ein Selbstläufer, zumal gerade E-Plus in der Vergangenheit beim Preiswettbewerb besonders aktiv war", sagte Bundeskartellamts-Präsident Andreas Mundt vergangene Woche der Nachrichtenagentur dpa. "Wir sehen natürlich auch den hohen Investitionsbedarf in der Branche und den daraus resultierenden Konsolidierungsdruck. Hier steht eine sehr sorgfältige Prüfung an."

O2-Chef Rene Schuster gibt sich optimistisch. "Wir sind zuversichtlich, dass die Behörden zustimmen, weil ein dritter starker Spieler den Wettbewerb in Deutschland im Sinne der Kunden fördert", sagte Schuster der "Bild"-Zeitung (Montag). Die Handy-Tarife würden nach der milliardenschweren Übernahme nicht erhöht. (APA, 29.7. 2013)

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