Seltener Fluss-Krallenkäfer im Rußbach nahe Wien entdeckt

29. Juli 2013, 14:55
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Die Wasserkäferart gilt in Österreich als vom Aussterben bedroht

Wien - Der Fluss-Krallenkäfer ist in vielen Teilen Europas ausgestorben oder vom Aussterben bedroht. Die Zerstörung naturnaher Tieflandflüsse hat der einst weit verbreiteten Wasserkäferart zugesetzt. Zudem stellt das Insekt hohe Ansprüche an seinen Lebensraum. Auch in Österreich galt der Fluss-Krallenkäfer lange Zeit als ausgestorben - bis zur Jahrtausendwende einige wenige Exemplare in Oberösterreich (Mattig) und Burgenland (Raab) gefunden wurden. In der Roten Liste gilt diese Art in Österreich als vom Aussterben bedroht.

Vorkommen nahe bei Wien entdeckt

Nun entdeckte Manfred Jäch, Wasserkäfer-Experte am Naturhistorischen Museum Wien, unweit von Wien im Rußbach in Niederösterreich ein Vorkommen von Hunderten Exemplaren. Die "erfreuliche Wiederentdeckung" sei sicherlich eine Folge der Einleitung des Marchfeldkanals in den Rußbach, "der dem vor 20 Jahren noch ökologisch bedeutungslosen Rinnsal neues Leben einhauchte und somit die Rückkehr seltener Arten ermöglichte", so Jäch.

Fluss-Krallenkäfer (Potamophilus acuminatus) bewohnen ausschließlich Fließgewässer mit guter Wasserqualität, wobei die Strömungsgeschwindigkeit relativ hoch sein muss. Hier beschränkt sich ihr Vorkommen auf halb untergetauchtes, stärkeres Holz in einem noch nicht zu stark fortgeschrittenen Zerfallsstadium. Dieses für die Käfer lebenswichtige Holz wird wegen der Gefahr von Verklausungen (Verhinderung des natürlichen Abflusses durch Treibgut und Totholz) aber zumeist entfernt und somit der Lebensraum der Käfer zerstört. (APA/red, derStandard.at, 29.7.2013)


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    Wasserkäfer-Experte Manfred Jäch hat ein Vorkommen von Hunderten Fluss-Krallenkäfern entdeckt.

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