Graz soll Leihradsystem nach Wiener Muster bekommen

29. Juli 2013, 13:43
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Citybike" könnte nach Plänen der Graz Holding im Frühjahr 2014 starten

Graz - Graz soll 2014 ein öffentliches Leihradsystem nach dem Vorbild von Wien bekommen, wie der Vorstand der Graz Holding, Wolfgang Malik, in der "Steirerkrone" (Sonntag-Ausgabe) angekündigt hat. Das erst vor knapp einem Jahr eingeführte "Graz Bike" - eine Dachmarke bestehender Verleiher mit Buchungsplattform und breitem Typen-Angebot - könnte geschluckt werden.

Möglich wurde die Neuaufsetzung durch die im Vorjahr erfolgte Verschränkung der kommunalen Werber Gewista und Ankünder: Weil ein flächendeckendes SB-System a la "Citybike" nur über Werbemehreinnahmen finanzierbar ist, scheiterte die Einführung des vom Werbegiganten und Gewista-Miteigentümer JC Decaux entwickelten Modells bisher am Konkurrenzdenken. Heute ist das vor zehn Jahren in Wien als "Citybike" installierte System marktbeherrschend und funktioniert schon in 67 Städten - in Paris ("Velib") mit einer Flotte von 20.000 Rädern und neu in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana.

30 zentrumsnahe Stationen

Wie Malik sagte, soll im Frühjahr mit rund 30 zentrumsnahen Stationen gestartet werden. Die erste halbe Stunde soll gratis sein (in Wien eine Stunde, Anm.), überlegt wird seitens der Holding auch eine Kombikarte. Offen ist, ob das "Graz Bike" integriert werden soll oder ob dieses - zumal wartungsintensiver, weil nicht so stark standardisiert - parallel weiterläuft. Nicht geklärt ist auch, wer für die nötige Anschubfinanzierung von 500.000 bis eine Mio. Euro aufkommt; die Stadt hat "Graz Bike" 2012 für drei Jahre 380.000 Euro genehmigt. Schließlich muss noch die Genehmigung der Standorte und der neuen Werbeflächen über die Bühne gebracht werden. Gerade in der Frage nach zusätzlichen Werbeflächen im öffentlichen Raum hatte sich der Gemeinderat zuletzt immer sehr zurückhaltend gegeben.

Historisch datiert das erste Leihradsystem aus dem Jahre 1980: Damals sponserte die Steiermärkische Sparkasse 100 Puch-Räder, die formlos vor den Filialen ausgeliehen werden konnten. Der rasante Schwund erforderte bald einen Relaunch, seither wurde mit mäßigem Erfolg an diversen Verleihsystemen gebastelt. Vielfach auch wurde argumentiert, dass eine Mittelstadt mit hoher Raddurchdringung wie Graz kein flächendeckendes automatisiertes Leihradsystem brauche. (APA, 29.7.2013)     

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    Das System der Wiener Citybikes sind Vorbild für Graz.

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