Der Zirkus dreht auf und atmet durch

29. Juli 2013, 13:57
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Bevor sich die Formel 1 in die vierwöchige Pause verabschiedet, feilen die Teams noch an ihren Boliden

Mercedes hat dem Weltmeisterteam Red Bull eine Warnung in die vierwöchige Sommerpause der Formel 1 mitgegeben. Die Silberpfeile kommen mit den neuen Reifen besser zurecht als erwartet. Das hat Lewis Hamilton am Sonntag mit dem souveränen Sieg in seinem "Wohnzimmer" auf dem Hungaroring unter Beweis gestellt.

48 Punkte liegt Hamilton als WM-Vierter nach zehn von 19 Rennen hinter Spitzenreiter Sebastian Vettel. In der Konstrukteurswertung fehlen den Silberpfeilen 67 Zähler auf die Bullen, doch sie befinden sich im Aufwind. "Die Hoffnung ist oft trügerisch", betonte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. "Es geht um eine Konsolidierung dieser Leistung. Das ist das Motto für die zweite Saisonhälfte."

Möglicher Wendepunkt

"Ich hoffe, dass wir jetzt auch überall sonst konkurrenzfähig sind", erklärte Hamilton. "Es könnte ein guter Wendepunkt gewesen sein." Die Europarennen nach der Sommerpause, Spa (25. August) und Monza (8. September), sollten Mercedes ob der Streckencharakteristik ebenfalls entgegenkommen, verriet Team-Aufsichtsratschef Niki Lauda. In der WM sei trotzdem Vettel der klare Favorit. Lauda: "Da gibt es überhaupt keine Diskussion."

Mercedes hat in der ersten Saisonhälfte die Konstanz gefehlt, um die Bullen ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. "Sebastian ist auf einem sehr guten Weg, zum vierten Mal Weltmeister zu werden", sagte Wolff. "Red Bull ist schon seit Jahren auf diesem Level. Da wollen wir auch hin, da sind wir aber noch ein Stück entfernt."

Feilen vor der Pause

Zwei der vier Wochen müssen die Formel-1-Fabriken in der Sommerpause geschlossen bleiben. Darauf haben sich die Teams geeinigt, um die ausufernden Kosten kontrollieren zu können. Die meisten Rennställe nutzen die erste Woche nach dem Hitzerennen auf dem Hungaroring aber noch, um an ihren Autos zu feilen.

"Diese Woche fahren wir noch volles Programm, dann wird die Fabrik 14 Tage geschlossen", erklärte Red Bulls Motorsportchef Helmut Marko. "Die Köpfe werden aber natürlich nicht abgeschaltet." Immerhin ist davon auszugehen, dass die Bullen in der Sommerpause auch die Fahrerfrage für die kommende Saison klären. Toro-Rosso-Youngster Daniel Ricciardo gilt als Favorit auf die Nachfolge seines australischen Landsmanns Mark Webber.

"Wir selektieren und holen den Fahrer, der für das Team und die mittelfristige Zukunft am besten ist", sagte Marko über den zukünftigen Partner von Weltmeister Sebastian Vettel. Die Gerüchte um Ferrari-Star Fernando Alonso dürfen als Störfeuer abgetan werden. Auch die einzig verbliebene Alternative zu Ricciardo, Ex-Champion Kimi Räikkönen, soll sich bereits seinem bisherigen Arbeitgeber Lotus zugewandt haben.

Räikkönen lehnt sich zurück, Ferrari tüftelt

Mit 38 Punkten Rückstand ist Räikkönen Vettels erster WM-Verfolger. Die zweiwöchige Schließung der Fabriken berührt ihn nicht sonderlich. "Ich designe das Auto nicht, also gibt es für mich dort nicht sehr viel zu tun", meinte der Finne in der ihm ureigenen Art. "Ich werde etwas anderes machen und schauen, was in vier Wochen beim nächsten Rennen passiert."

Bis zum Grand Prix von Belgien in Spa (25. August) will auch Ferrari seine Probleme in den Griff bekommen. Die Italiener kamen in Ungarn nicht über die Plätze fünf (Alonso) und acht (Felipe Massa) hinaus. "Wir hoffen, mit einem konkurrenzfähigeren Auto nach Spa und Monza zu kommen", betonte Alonso, dem in der WM bereits 39 Punkte auf Vettel fehlen. Zu seinem 32. Geburtstag am (heutigen) Montag wünschte er sich scherzhaft den Boliden des Deutschen. (APA/red., 29.07.2013)

 

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    Vor der Pause ist nach der Pause.

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