Kritiker: Microsoft versteht die User nicht

29. Juli 2013, 10:22
582 Postings

Surface RT gefloppt wegen "fundamentaler Missverständnisse", was Kunden wollen

Microsofts Versuch, mit eigenen Tablets den Markt zu erobern, war bislang nicht von Erfolg gekrönt. Das Surface RT hat sich als Flop entpuppt, die Remonder mussten 900 Millionen US-Dollar auf nicht verkaufte Tablets abschreiben. Beobachter sehen den Grund darin, dass Microsoft es nicht schafft, Privatnutzer mit seinen Produkten anzusprechen.

Apple bewirbt einfache Nutzung

Das iPad konnte unter anderem deswegen den Markt aufmischen, weil Apple die intuitive Nutzung in den Vordergrund stellte anstatt sich auf Hardwarespezifikationen zu versteifen. Microsoft sei das für seinen Surface-Tablets nicht gelungen, meint Nick Bilton von der New York Times (NYT). Das Unternehmen habe die Unterschiede zwischen Surface Pro und Surface RT nicht klar kommunizieren können.

Microsoft denkt zu kompliziert

Die Probleme sind altbekannt. Schon 2006 adressierte der Konzern in einem eigenen, internen Video doe komplizierten Produktbezeichnungen. In einem Clip wurde die Frage gestellt, wie Microsoft den iPod beworben hätte: "iPod Pro 2005 XP Human Ear Professional Edition With Subscription". 

"Fundamentale Missverständnisse"

J. P. Gownder von Forrester Research sieht bei Microsoft "fundamentale Missverständnisse" in Bezug darauf, was Kunden heute wollen. Im Gegensatz zu früher, sei es für Privatnutzer heute nicht mehr entscheidend, ob ein neues Gerät einen etwas schnelleren Prozessor oder mehr Speicher aufweise. Heute sei es wichtiger, dass ein Gerät intuitiv zu bedienen sei.

Microsoft hat zwar schon Jahre vor Apple auf Tablets gesetzt, aber erst der Konzern aus Cupertino konnte den Markt für Privatkunden ansprechen. Microsoft hingegen würde auch heute noch Business-Kunden ansprechen wollen, für die stärkere Hardware wichtiger sei, so der NYT-Autor.

Neustrukturierung

Abhilfe soll eine Neuordnung des Konzerns schaffen. CEO Steve Ballmer hat erst kürzlich angekündigt, die internen Strukturen neu zu arrangieren. Die bislang acht Abteilungen werden zu vier zusammengefasst. So werden beispielsweise in Zukunft alle Betriebssysteme unter einem Dach entwickelt, um besser auf Nutzerwünsche eingehen zu können. (red, derStandard.at, 29.7.2013)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Microsoft-Chef Steve Ballmer hat kürzlich keine Neuordnung des Konzerns angekündigt.

Share if you care.