Tunesische Regierung nach Protesten in der Krise

29. Juli 2013, 18:13
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Neuwahl im Dezember

Tunis - In Tunesien wachsen sich die jüngsten Unruhen zu einer Regierungskrise aus. Die Koalitionspartei Ettakatol verlangte am Montag die Übergabe der Macht an eine Regierung der nationalen Einheit und die Auflösung des Kabinetts. Eine entsprechende Forderung habe man der islamistischen Ennahda-Partei vorgelegt, sagte das führende Ettakatol-Mitglied Lobni Jribi der Nachrichtenagentur Reuters. "Wenn Ennahda den Vorschlag ablehnt, werden wir uns aus der Regierung zurückziehen." Eine Regierung der nationalen Einheit würde den größten Konsens ermöglichen, betonte der Politiker der gemäßigt linken Partei.

Die tunesische Regierung hat angesichts der anhaltenden Gewalt im Land für Dezember Neuwahlen angesetzt. Als Wahltermin wurde der 17. Dezember genannt, zugleich schloss Regierungschef Ali Larayedh am Montag einen vorzeitigen Rücktritt seiner Regierung aus

Spannungen

Die Spannungen zwischen Befürwortern und Gegnern der Islamisten-Regierung nehmen in dem nordafrikanischen Land immer mehr zu. Einen Tag nach Massendemonstrationen bei der Beerdigung eines ermordeten Oppositionspolitikers gingen Augenzeugen zufolge rivalisierende Demonstranten am Montag in zwei Städten aufeinander los: In Sidi Bouzid versuchten Oppositionsanhänger, Gebäude der Stadtverwaltung zu stürmen und die Bediensteten an der Arbeit zu hindern. Die Armee griff ein, die Polizei setzte Tränengas gegen die Demonstranten ein. Die Stadt im Süden des Landes war Ausgangspunkt der tunesischen Revolution und damit des "Arabischen Frühlings".

In Tunis bewarfen sich die verfeindeten Gruppen mit Steinen. Auch hier griff die Polizei ein. In der Hauptstadt riegelte die Armee nach den Zusammenstößen einen zentralen Platz mit Stacheldraht ab und erklärte ihn zum militärischen Sperrgebiet. (APA/Reuters, 29.7.2013)

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    Regierungskritische Demonstranten in Tunis.

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