Elk-Chef: "Leute kaufen größere Häuser"

28. Juli 2013, 17:11
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Elk-Chef Weichselbaum will das Geschäft mit Bauträgern und Immobilienentwicklern forcieren

Wien - Die Elk-Fertighaus-Gruppe hat die familieninternen Zwistigkeiten gut überstanden und konnte im Vorjahr wieder einen Gewinn erzielen. Zudem wurden die Schulden auf 25 Mio. Euro reduziert, sagte Elk-Chef Erich Weichselbaum zum STANDARD.

Als Weichselbaum Elk 2009 mittels Management-Buyout mit Partnern von seinem Vater erwarb, schrieb Europas größter Fertigteilhaus-Produzent noch einen Verlust von zehn Mio. Euro; die Schulden summierten sich auf über 60 Mio. Euro. Zur Elk-Gruppe gehören Zenker, Veitsch und Bien Zenker. Produziert wird in Schrems (NÖ) und in Tschechien - im Vorjahr waren es 1591 Häuser. Im Ausland ist die Gruppe mit eigenen Niederlassungen und Lizenznehmern vertreten.

Anders als das jüngst in die Insolvenz geschlitterte Griffner Haus habe Elk den Blick auf das Stammgeschäft nicht verloren. Griffner Haus, so Weichselbaum, habe sich in Bereiche wie den Dachbodenausbau gewagt, wo sehr viel Individualität gefragt sei, es aber schwierig sei, Geld zu verdienen.

Weniger Hausverkäufe

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Elk-Chef einen Rückgang bei den Hausverkäufen, aber einen höheren Umsatz. Der Grund: Die Leute kaufen größere und teurere Häuser, weil über die Jahre der persönliche Wohnflächenbedarf steige.

In den 1970er-Jahren etwa war ein Kinderzimmer mit rund sieben Quadratmetern bemessen, heute seien es 15 m2. Die Größe der Badezimmer habe sich in den Jahren fast verdoppelt. Heute hätte das Standard-Haus nicht mehr 130 m², sondern 150 m² oder 160 m². Im Schnitt kostet ein Elk-Haus 145.000 bis 150.000 Euro. Von der Unterzeichnung des Kaufvertrages bis zum Einzug vergehen sechs bis acht Wochen.

Geändert hätten sich freilich auch die Finanzierungs-Voraussetzungen. Während die Banken bis vor wenigen Jahren fast die gesamte Kaufsumme vorfinanziert hätten, so werden heute vom Hausbauer zwischen 30 und 50 Prozent Eigenmittel verlangt.

Zusätzliche Geschäfte

Weichselbaum will parallel zum Privatkundengeschäft jenes mit den Bauträgern und Entwicklern ausbauen. Zwölf Hotels hat Elk in Österreich bereits gebaut, in Oxford wurde ein Studentenheim errichtet - die Bauteile wurden mit 300 Lkws angeliefert. In London wurden Wohnhäuser von Elk errichtet. In der Türkei ist Elk ebenso präsent wie in Griechenland - auch dort gebe es abseits der Krise vermögende Leute, die Häuser errichtet haben. (Claudia Ruff, DER STANDARD, 29.7.2013)

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