Italiens dunkelhäutige Ministerin lässt sich nicht einschüchtern

28. Juli 2013, 12:34
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Kyenge will Plan zur Bekämpfung von Rassismus vorstellen

Rom - Italiens erste dunkelhäutige Ministerin, Cecile Kyenge, die am Freitag erneut Opfer eines rassistischen Angriffs geworden ist, lässt sich nicht einschüchtern. "Ich hatte nicht mit derart starken Angriffen gerechnet. Doch ich gebe nicht auf, ich blicke nach vorne, um zu begreifen, welche Antworten die Politik und die Gesellschaft auf Rassismus geben können. Italien hat noch einen langen Weg vor sich", sagte die aus Kongo stammende Ministerin im Interview mit der römischen Tageszeitung "La Repubblica" am Sonntag.

Bei einer Veranstaltung ihrer Demokratischen Partei (PD) im norditalienischen Cervia warfen Unbekannte mit Bananen auf die 49-jährige Kyenge. Sie bezeichnete den Angriff vom Freitagabend als "Ohrfeige für die Armut" und als "Verschwendung von Lebensmitteln".

Kyenge, die seit ihrem Amtsantritt vor drei Monaten wiederholt zum Opfer rassistischer Beleidigungen geworden ist, betonte, sie bange nicht um ihre eigene Sicherheit, sondern um jene ihrer beiden Töchter im Alter von 20 und 17 Jahren. Ihre Töchter würden sie stark unterstützen und ihr Mut machen.

Die Ministerin will am kommenden Dienstag einen Plan zur Bekämpfung von Rassismus im Beruf, in der Schule und im Sport vorstellen. Diese Kampagne soll mit Verbänden, Lokalinstitutionen und Ministerien vorangetrieben werden. Kyenge ist vor allem wegen ihrer Forderung, in Italien geborenen Kindern automatisch die Staatsbürgerschaft zu geben, auf viel Kritik gestoßen

Erst vor zwei Wochen hatte der Vizepräsident des Senats und Spitzenpolitiker der rechtspopulistischen Oppositionspartei Lega Nord, Roberto Calderoli, Kyenge mit einem Orang-Utan verglichen und heftige Proteste ausgelöst. Auch im Internet und in der Öffentlichkeit wurde Kyenge zuletzt immer wieder beschimpft und bedroht.

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    Cecile Kyenge gibt nicht auf.

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