Hamilton schnappt Vettel Pole weg

27. Juli 2013, 18:19
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Mercedes-Pilot im Ungarn-Qualifying 0,038 Sekunden schneller als der Weltmeister - Grosjean, Rosberg, Alonso dahinter

Budapest - Lewis Hamilton geht beim Großen Preis von Ungarn (Sonntag, 14.00 Uhr/ORF) von der Pole Position ins Rennen. Der Brite entriss am Samstag in seiner letzten Qualifying-Runde Weltmeister Sebastian Vettel noch um 38 Tausendstel die Bestzeit. Der Mercedes-Pilot kam damit zu seiner dritten Pole in Folge, seiner 30. insgesamt. Im Rennen zählen die Silberpfeile wegen ihrer Reifenprobleme, trotz der erneut starken Qualifying-Leistung aber nicht zum engsten Favoritenkreis.

Auf Platz drei fuhr in einem spannenden Duell auf dem Hungaroring Romain Grosjean im Lotus, dahinter kam Nico Rosberg im zweiten Mercedes als Vierter ein.

Webber im Pech, Marko bärbeißig

Vizeweltmeister Fernando Alonso (Ferrari) belegte Rang fünf vor dem Kimi Räikkönen (Lotus), die beiden sind in der WM-Wertung die ersten Verfolger Vettels. Pech hatte erneut dessen Teamkollege Mark Webber, der aufgrund von Problemen mit dem Energierückgewinnungs-System KERS sowie dem Getriebe an der entscheidenden Phase des Qualifying nicht mehr teilnehmen konnte. Der Australier kam somit nicht über Platz zehn hinaus. "Das ist dumm und peinlich", meinte Webber, "und es ist auf diesem Kurs besonders brutal, weit hinten zu stehen. Wenn das Auto so weit weg ist von seinem Potenzial, dann ist das unglaublich frustrierend", sagte der 36-Jährige, der Red Bull und die Formel 1 zum Saisonende verlässt.

Nicht gerade bester Laune zeigte sich auch Bullen-Motorsportchef Helmut Marko: "Das Qualifying lief nicht so, wie wir das wollten. Die Pole war absolut im Bereich des Möglichen." Und der Steirer hielt sich auch hinsichtlich seiner Nummer eins nicht zurück: "Drei Fehler ist nicht normal das, was von Vettel kommt."

Schön, aber wenig bedeutungsvoll

Am Ende fehlten dem Deutschen exakt 0,038 Sekunden auf Hamilton. "Mercedes ist im Qualifying sehr schnell, das muss man respektieren", meinte Vettel. Immerhin kamen die Silberpfeile im zehnten Saisonrennen zum siebenten Mal zur Pole Position. "Es ist schön, die Pole zu haben. Aber es bedeutet nicht viel, die Punkte gibt es im Rennen", meine ein von seiner Leistung überraschter Hamilton. Schon in Silverstone und auf dem Nürburgring hatte der Brite Startplatz eins nicht wirklich nützen können. Drei dritte Plätze hat der Weltmeister von 2008 in dieser Saison bisher auf der Habenseite, sein Teamkollege Nico Rosberg hat immerhin zwei Rennen gewonnen.

Aus Reihe drei starten Vettels erste WM-Verfolger Alonso und Räikkönen. 34 bzw. 41 Punkte fehlen dem Duo auf den Titelverteidiger, der sich auch auf der schmutzigen Seite des Kurses in einer guten Position wähnt. Vettel: "Das Auto ist im Renntrimm gut, von daher freue ich mich auf die Hitzeschlacht."

Und die Reifen?

Es droht der heißeste GP seit Jahren. Bereits am Samstag hatte sich die Luft auf 33, die Strecke gar auf bis zu 51 Grad aufgeheizt. Am Sonntag soll diesbezüglich noch etwas dazu kommen. "Mit diesen Temperaturen wird es für uns schwierig", meinte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. "Die Reifen sind bei diesen Bedingungen immer problematisch", ergänzte Hamilton, der bereits dreimal in Ungarn gewonnen hat. 

Neues "Concorde Agreement" auf den Weg gebracht

Auch abseits der Rennstrecke tat sich am Samstag Relevantes. Der Rechteinhaber der Rennserie, die Formula 1 Group (FOM) von Bernie Ecclestone, und der Automobil-Weltverband (FIA) haben ein Abkommen unterzeichnet, das die Rahmenbedingungen für ein neues "Concorde Agreement" festlegt.

Der Grundlagenvertrag legt die wirtschaftlichen und sportlichen Bedingungen fest, nach denen die FIA, die Formel-1-Rennställe und die FOM zusammenarbeiten. Wesentlicher Streitpunkt ist stets die Verteilung der Einnahmen zwischen den Beteiligten. Die bisherige Rahmenvereinbarung war Ende des Vorjahres ausgelaufen. Seither gab es lediglich Einzelverträge mit den Teams. Die neue Übereinkunft soll nun für sieben Jahre gelten, sagte Ecclestone. Er hoffe, dass die Angelegenheit demnächst abgeschlossen werden könne. (red/APA - 27.7. 2013)

Ergebnis: Qualifying GP von Ungarn

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    Wie der Blitz: Mister Hamilton.

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    Anastasia mit Anhang.

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