Worauf Pfauenhennen beim Pfau wirklich schauen

26. Juli 2013, 18:58
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Biologen montierten den Hennen Kameras auf die Köpfe und stellten fest: Es kommt ihnen nicht auf Länge der Schwanzfedern an

  Durham/Wien - Das Rad des Pfaus hat schon Charles Darwin einiges Kopfzerbrechen gekostet. Denn eigentlich sind die langen Schwanzfedern der männlichen Tiere extrem behindernd. Ihr einziger Zweck kann laut Darwin nur in der sexuellen Zuchtwahl liegen: Hennen lassen sich von besonders schön Rad schlagenden Männchen beeindrucken und paaren sich dann auch mit diesen.

Doch auf was schauen die Pfauenhennen bei den Federn der Männchen tatsächlich? Ein US-Forscherteam um Jessica Yorzinski ist der Frage nun im "Journal of Experimental Zoology" nachgegangen. Die Biologen montierten kleine Helme mit Kameras auf die Köpfe von insgesamt 16 Hennen und dazu mobile Eyetracker. Damit konnte sowohl das Blickfeld wie auch die Pupillenbewegung der Augen nachvollzogen werden. Die Hennen wurden anschließend einzeln mit je zwei Männchen in ein Gehege gesteckt, die jene programmgemäß umwarben.

Die Ergebnisse waren überraschend: Die Hennen richteten ihre Blicke nur zeitweise auf die Männchen, so Yorzinski. Und wenn sie die Männchen in Augenschein nahmen, dann "richteten sich fast alle Blicke der Weibchen auf Körperteile unterhalb des Kopfes, und nur sehr wenige galten dem oberen Teil der Schleppe".

Das Rad dürfte also in erster Linie der Lokalisierung über weite Distanzen und durch Vegetation hindurch dienen. Was genau die Hennen an den Federn unterhalb des Pfauenkopfs beeindruckt, bleibt vorerst ein Rätsel. (tasch, DER STANDARD, 27.7.2013)

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    Hennen achten auf die Regionen unterhalb des Kopfes.

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