Grüne suchen Aufsichtsräte

26. Juli 2013, 18:03
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In Salzburg gehen nur zentrale Posten an Parteileute

Salzburg - Mit der Regierungsbeteiligung der Grünen stehen der Partei plötzlich jede Menge neuer Aufsichtsratsposten in Firmen zu, an denen das Land beteiligt ist. 32 Aufsichtsräte müssen in den nächsten Wochen gefunden werden. Die Palette reicht von den Landeskrankenanstalten bis zum Salzburger Zoo.

Die zentralen Landesbeteiligungen werden aus dem Führungszirkel der Partei oder mit Funktionären aus anderen Ländern besetzt werden. Landessprecherin Astrid Rössler etwa sitzt im Aufsichtsrat des regionalen Energieversorgers Salzburg AG, für die Landesspitäler ist der Gesundheitssprecher der Bundespartei Kurt Grünewald vorgesehen. Im Aufsichtsrat der Baulandsicherungsgesellschaft Land-Invest wird ebenfalls Rössler sitzen, in jenem der Osterfestspiele Kulturlandesrat Heinrich Schellhorn.

Bei weniger zentralen Positionen will man hingegen Offenheit demonstrieren: Bis 14. August können sich an diversen Aufsichtsratsposten Interessierte melden. Sie sollten "fachliche Kompetenz, ausreichend Zeit, Kenntnis der Aufgaben eines Kontrollorganes und Zustimmung zu den Grundwerten der Grünen" mitbringen, sagt Landtagsklubobmann Cyriak Schwaighofer. Über die Nominierungen werde dann in den Parteigremien entschieden.

Begehren der Krankenkasse

Brisanz verspricht die Vergabe des zweiten Sitzes der Grünen im Aufsichtsrat der Krankenanstalten. Die von den oppositionellen Sozialdemokraten dominierte Gebietskrankenkasse begehrt als Vertreterin von mehr als 430.000 Versicherten nämlich einen Sitz im Aufsichtsrat.

Hauptargument: Mit jährlich 197 Millionen Euro finanziere man "den größten Teil der Salzburger Krankenhauslandschaft". Schwaighofer gibt sich gesprächsbereit, sein Koalitionspartner ÖVP reagiert abwartend. (neu, DER STANDARD, 27.7.2013)

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