Plan A: Möglichkeiten abseits des Lebenslaufs

26. Juli 2013, 18:30
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Schulabgänger, Studenten, Um- und Neuorientierer, Unternehmen und die sogenannten Best Ager gehören zum Kundenstock der Berufsorientierungsberaterinnen von Plan A

Nach mehr als einem Jahrzehnt Konzernkarriere stand die damals alles entscheidende Frage an, sagt Andrea Gutmann: "War das jetzt alles?" Aus der Personalentwicklung kommend, kündigte sie ihren sicheren Job, nahm sich - Mitte 30 - eine Auszeit, um über das eigene berufliche Fortkommen nachzudenken. 2011 gründete sie Plan A, eine Beratungsunternehmung mit dem Fokus auf Berufsorientierung. Gutmann schöpfte aus ihrer eigenen Erfahrung, um das in den Jahren angesammelte Wissen im eigens dafür entwickelten Konzept Menschen näherzubringen, die sich verändern wollen oder müssen. Das Beratungspaket, so Elke Schrittesser, ehemals Gutmanns Beratungskundin und heute Partnerin, besteche durch Kompaktheit und konkrete Empfehlungen, wohin die Persönlichkeit des Kunden auch beruflich tendiere respektive welche Arbeitsweise am ehesten geeignet sei.

Fähigkeiten abseits des CV

Nach einem Vorgespräch folgt der Kern der Beratungsleistung: ein fast ganztägiges Interview, in dem das Potenzial des Gegenübers von zwei Beratern beleuchtet wird - und zwar unabhängig vom Lebenslauf. "Den CV blenden wir weitgehend aus. Wir haben nämlich die Beobachtung gemacht, dass die allermeisten Menschen einfach in ihrer Vergangenheit gefangen sind und deshalb auch weniger in die Breite ihrer Fähigkeiten gehen können", sagt Gutmann. Die Befragung ist stärkenbasiert und baut auf die Annahme, dass die Lösung in der Person selbst liegt, sagen die Plan-A-Beraterinnen. Oft seien einfach nur andere Sichtweisen nötige "Anstupser" für die nächsten Schritte.

Es werden also Interessen, Fähigkeiten, Eigenschaften, Bedürfnisse und auch die persönliche Wertelandschaft beleuchtet. Danach werden konkrete Empfehlungen abgegeben, sagt Gutmann, und zwar nach nur einem Tag. Das unterscheide ihr Konzept von anderen, sagt sie. Rund zwei Wochen nach der Analyse gibt es ein ausführliches Protokoll - "einen roten Faden" -, bevor es, so gewünscht, in die Neuorientierungs- bzw. Bewerbungsphase gehe. (haa, (DER STANDARD, 27./28.7.2013)

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