Trauer nach Mord an tunesischem Oppositionspolitiker

26. Juli 2013, 12:43
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Gewerkschaftsbund protestiert mit Generalstreik gegen Bluttat - Flüge gestrichen

Tunis - Nach dem Mord an dem tunesischen Oppositionspolitiker Mohamed Brahmi hat die tunesische Präsidentschaft einen nationalen Trauertag ausgerufen. Anlässlich der Beisetzung des linken Abgeordneten sollten die Flaggen auf Halbmast gesetzt werden, erklärte das Büro von Staatspräsident Moncef Marzouki am Freitag. Tunesiens größter Gewerkschaftsbund UGTT rief seinerseits aus Protest gegen den Mord auf offener Straße für Freitag zu einem landesweiten Generalstreik auf.

In Reaktion auf den Aufruf sagten die Fluggesellschaft Tunisair und ihre Tochter Tunisair Express alle für Freitag geplanten Flüge ab. Generell wurden alle Flüge von und nach Tunesien am Freitag gestrichen. Auf dem Flughafen Wien betrifft dies nach bisher vorliegenden Informationen jeweils zwei Flüge betreffen.

Der 58-jährige Brahmi war am Donnerstagmittag beim Verlassen seines Hauses in Tunis von Unbekannten erschossen worden. Seine Familie machte die regierenden Islamisten der Ennahda-Partei für den Mord verantwortlich. Tausende Menschen gingen am Donnerstag in Tunis und Brahmis Heimatstadt Sidi Bouzid aus Protest gegen die Islamisten spontan auf die Straße.

Marzouki sagte am Abend in einer Rede an das Volk, die Täter wollten den Arabischen Frühling diskreditieren. "Die Verantwortlichen dieses Dramas wollen zeigen, dass Tunesien kein Ort des Friedens ist, sondern auch kippen kann. Sie wollen beweisen, dass der Arabische Frühling überall gescheitert ist", sagte Marzouki. In Tunesien hatten im Jänner 2011 die Proteste ihren Ausgang genommen, die anschließend auf Ägypten, Libyen, Jemen und Syrien übergriffen, wo sie aber in vielen Ländern zu bürgerkriegsartigen Zuständen führten. (APA, 26.7.2013)

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    Proteste in Tunis.

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