Kärntner Misere: Katastrophe in der Kasse

Kommentar25. Juli 2013, 18:00
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Nicht einmal in seiner Domäne Tourismus schöpft das einstige Haider-Reich Kärnten sein Potenzial aus

Um zu sehen, dass Kärnten nicht boomt, reicht eine kurze Fahrt durchs Land. Selbst an sonnigen Juliwochenenden kommt man an unzähligen "Zimmer frei"-Schildern vorbei, auch in toller Lage direkt am See. Nicht einmal in seiner Domäne Tourismus schöpft das einstige Haider-Reich sein Potenzial aus - kein Wunder, wenn teilweise der Standard der Achtzigerjahre geboten wird.

Die neue rot-schwarz-grüne Regierung kennt nun alle Facetten des Niedergangs in Zahlen gegossen. In der Kurzfassung: Die Kasse ist leer, die Wirtschaft marod. Die blau-orangen Regenten haben zwar den bundesweit höchsten Schuldenstand pro Kopf angehäuft, das Geld aber lieber in Nonsensprojekte und Selbstdarstellung gesteckt statt in seriöse Entwicklung. Das Ergebnis ist die nach dem Sonderfall Wien höchste Arbeitslosenrate, zuletzt nahm sogar die Zahl der Beschäftigten ab. Kein Wunder, dass die einen weg und die anderen gar nicht hin wollen: Kärnten ist das einzige Bundesland, dessen Bevölkerungszahl schrumpft.

Für die frisch angelobte Regierung ist diese Ausgangslage katastrophal. Die tollsten Konzepte helfen wenig, wenn kein Geld da ist, um zu investieren, geschweige denn zu verteilen. Im vollen Umfang werden die Kärntner die Malaise erst unter den neuen Machthabern spüren. Es wird eine Herausforderung für das Langzeitgedächtnis der Wähler, dass sich nach fünf Jahren der Mühsal nicht wieder jene die Hände reiben, die das Debakel verursacht haben. (Gerald John, DER STANDARD, 26.7.2013)

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