Koboldkrach im Salzkammergut

25. Juli 2013, 17:59
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Orange Goblin loten im Kino Ebensee metallische Randgebiete aus

Sänger Lee Dorrian ist so etwas wie ein englischer Mike Patton: Als Obergrunzer von Napalm Death verdiente er sich die ersten Meriten in der Welt der abseitigen Metallverarbeitung, Ende der 1980er gründete er seine Band Cathedral.

Damals nahm er auch ein Plattenlabel in Betrieb: Rise Above Records spielte 1995 den Geburtshelfer für eine Londoner Düsterkapelle namens Our Haunted Kingdom, die von Sänger Ben Ward als Antwort auf die kalifornische Staubtrockenheit von Kyuss und Co. zum Dröhnen gebracht wurde.

Bald änderten die psychedelischen Hardrocker den Bandnamen in Orange Goblin, es folgten fünf Alben. Schon auf der zweiten LP Time Travelling Blues finden sich Hellraiser-Riffs im Stil der Glambuben Sweet oder Jon-Lord-Gedächtnis-Orgeln. Seitdem haben sich Orange Goblin weiter geöffnet: Weder Punkkracher im Black-Flag-Stil noch Motörhead-/Thin-Lizzy-Partykompatibilität oder Sympathien für die schwarzen Schafe des (Black-)Metal-Genres lässt das Quartett vermissen.

Traditionsbewusstsein verbinden die Kobolde mit Spielfreude und einem Gusto auf das Grollen metallischer Randgebiete. Den Einheizer macht am Freitagabend 32-20 aus Ebensee. (dog, DER STANDARD, 26.7.2013)

Kino Ebensee, Ebensee, 06133/63 08. 20.30

  • Orange Goblin.
    foto: oran tarjan

    Orange Goblin.

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