Ganzkörper-CT erhöht Überlebensrate bei Schwerstverletzten

25. Juli 2013, 17:16
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Besonders bei Patienten mit schwerem Kreislaufschock sorgt eine CT-Untersuchung für eine höhere Überlebensrate - dies zeigt eine Studie mit 16.700 Schwerverletzten

Eine sofortige Ganzkörper-Computertomographie kann Schwerstverletzten laut einer neuen Studie das Leben retten. Sie hätten eine signifikant höhere Überlebensrate, wenn sie mit einem Ganzkörper-CT-Scan untersucht würden, berichten Forscher der Technischen Universität München im Fachmagazin "PLOS one". In die Analyse der Daten von rund 16.700 Patienten flossen auch die Informationen von österreichischen Unfallkliniken ein.

Exakte Lokalisierung und Behandlung

Mit dem Ganzkörper-CT-Scan könnten stark blutende innere Verletzungen rasch exakt lokalisiert und behandelt werden, so eine TU-Sprecherin. Anders als etwa Röntgen, das nicht in einer Untersuchung den ganzen Körper erfassen kann, könne CT etwa auch Blutungen und Zysten detailliert darstellen. Erstmals sei der Nutzen einer Ganzkörper-Computertomographie damit auch für Patienten mit instabilem Kreislauf belegt, berichtet die Forschungsgruppe. In den vergangenen Jahren haben immer mehr Unfallchirurgie-Kliniken ihre Erstaufnahmeambulanzen mit Computertomographie-Geräten ausgestattet.

Für die Untersuchung analysierten die Forscher die Daten von rund 16.700 schwer verletzten Patienten aus Kliniken in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Belgien und Slowenien. 9.233 davon hatten sofort bei Eintreffen in der Klinik eine solche CT-Untersuchung erhalten. Die Autoren verglichen die tatsächliche und die erwartete Sterblichkeitsrate mit und ohne Ganzkörper-Computertomographie. Die Patienten wurden dafür in drei Gruppen aufgeteilt: Patienten mit schwerem Kreislaufschock, Patienten mit moderatem Schock und Patienten ohne Schock.

Niedrigere Mortalität

Insgesamt betrug die Mortalität bei den Patienten mit Ganzkörper-CT 17,4 Prozent, bei den anderen Unfallopfern, die "nur" per Röntgen etc. untersucht worden waren, hingegen 21,4 Prozent. Das war statistisch signifikant. Am deutlichsten war der Unterschied bei den Patienten in schwerem Schockzustand mit einer Mortalität von 42 Prozent bei Ganzkörper-CT und mit 55 Prozent ohne diese Untersuchung. Bei Patienten mit stabilem Kreislauf hatte die Forschungsgruppe den positiven Effekt der frühen Ganzkörper-Computertomographie bereits im Vorfeld der aktuellen Studie nachgewiesen. (APA/red, derStandard.at, 25.7.2013) 

  • Eine sofortige Ganzkörper-Computertomographie kann Schwerstverletzten das Leben retten.
    foto: dpa/claudia levetzow

    Eine sofortige Ganzkörper-Computertomographie kann Schwerstverletzten das Leben retten.

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