Neue Reifen in der Hitze von Budapest

25. Juli 2013, 16:29
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Zum letzten Mal ist der GP von Ungarn auch eine Art Ersatzbefriedigung

Budapest - Einmal noch müssen auf Entzug befindliche österreichische Formel-1-Fans nach Budapest ausweichen, ab 2014 können sie ihre Sucht dann daheim in Spielberg ausleben. Am Wochenende steigt der GP von Ungarn, eine Hitzeschlacht steht an, die mühsame Reifendiskussion dürften einem weiteren Höhepunkt entgegensteuern. Exklusivausrüster Pirelli lieferte neu adaptierte Patschen an. Sie sollen den Vorjahrsmodellen ähneln und nicht gleich platzen, wie sie es in Silverstone getan haben. Die Testfahrten stimmten positiv. Weltmeister Sebastian Vettel hat im Red Bull zu Saisonhalbzeit 34 Zähler Vorsprung auf Fernando Alonso im Ferrari.

Ferrari und Lotus im Vorteil

Eine gravierende Änderung der Hackordnung aufgrund der neuen Pneus wird nicht erwartet. "Allzu groß ist der Unterschied nicht", sagte Vettel. "Aber wir werden sehen, wie die 2012er-Reifen auf die langen Kurven und die Hitze reagieren." Die Bedingungen sollten den Teams von Ferrari und Lotus zugutekommen, weil deren Autos den Gummi nicht ganz so rasch, also kontrollierter abbauen. Da kann man im Rennen am Sonntag (Start 14 Uhr) mehrere Strategien entwickeln, sich zum Beispiel einen Boxenstopp sparen.

Dazu kommt die vom Automobil-Weltverband Fia aus Sicherheitsgründen von 100 auf 80 km/h reduzierte Geschwindigkeitsbeschränkung in der Boxengasse. Eine Durchfahrt dauert dadurch in Ungarn etwa um vier Sekunden länger.

Mercedes schaffte dank Nico Rosberg zwar schon zwei Saisonsiege, zuletzt vermochte man aber nur im Qualifying zu überzeugen. Lewis Hamilton rutschte auf dem Nürburgring von der Pole-Position auf Rang fünf zurück, das Auto war für die Reifen irgendwie zu schnell. Die Schwaben sind das einzige Team, das die überholten Pneus noch nicht testen durfte. Denn vom Young Driver Test in der vergangenen Woche in Silverstone war Mercedes wegen der illegalen Testfahrten mit Pirelli im Mai in Barcelona ausgeschlossen. "Natürlich ist das ein Nachteil", sagte Motorsportchef Toto Wolff. Zum Hoffnungsschimmer wird dagegen die Streckencharakteristik in Ungarn. Überholen ist nicht einfach auf dem engen, kurvigen Kurs. "Ein bisschen wie Monaco" sei dieser, sagt Rosberg, der im Fürstentum gewonnen hatte. Gelingt den Silberpfeilen die siebente Pole-Position im zehnten Rennen, dürften die Chancen zumindest besser stehen als auf dem Nürburgring, wo Vettel siegte.

Vettel bei Buchmachern Favorit

Die Buchmacher sehen Vettel ganz vorne, obwohl der Deutsche noch nie auf dem Hungaroring gewonnen hat. Zweiter weißer Fleck auf seiner persönlichen Landkarte ist der neue Kurs in Austin, Texas. "Ich würde nicht von einem Fluch sprechen. Wir fahren nach Ungarn, um das Maximum herauszuholen. Und das Maximum ist der Sieg." Vettel freut sich übrigens auf Spielberg "sehr". (red, DER STANDARD, 25.7.2013)

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    Die Bedingungen in Ungarn sollen vor allem Ferrari (li) und Lotus (re) entgegen kommen.

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