Baupläne von NSA-Datenzentrum aufgetaucht

25. Juli 2013, 15:23
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Datenkapazität könnte kleiner sein als bisher angenommen

Der US-Geheimdienst NSA plant bereits seit längerer Zeit den Bau eines Datenzentrums im Bundesstaat Utah. Dort sollen sämtliche Daten, die aus dem Internet gezogen wurden und vom Abhören der Telefondaten kommen, gespeichert werden.

Schätzungen

Mit Ende September soll die Anlage fertiggestellt werden. Vorab gab es immer wieder Spekulationen darüber, wieviel Information überhaupt in der Anlage aus platztechnischen Gründen gespeichert werden kann. Wie Forbes schreibt, bewegen sich die Schätzungen zwischen einem Yottabyte (entspricht einer Billion Terabyte) und fünf Zettabyte (5.000 Yottabyte).

Weniger als angenommen

Nun sind Forbes und anderen Medien Baupläne der Anlage zugespielt worden, die zu einer besseren Kapazitätseinschätzung führen. Experten glauben mittlerweile, dass dort deutlich weniger Speicherplatz ausgenutzt werden könnte, als vorher angenommen.

10.000 Server-Racks

Den Bauplänen zufolge soll es vier identische Hallen für die Aufbewahrung von Daten geben, die umschlossen sind von Räumen für die Energieversorgung, Administration und Sicherheit. Berechnungen zufolge stehen dem Geheimdienst 9290 Quadratmeter für Datenaufbewahrung zur Verfügung. Dem Entwickler Brewster Kahle zufolge reicht der Platz für etwa 10.000 Server-Racks, wovon jeder etwa 100.000 Dollar kosten würde.

200 Racks nur für Telefondaten

Geht man weiters davon aus, dass ein Rack etwa 1,2 Petabyte Kapazität hat, ergäbe sich eine Gesamtkapazität von 12.000 Petabyte oder 12 Exabyte. 200 dieser Server-Racks würden allerdings allein durch Telefondaten eingenommen werden, so Kahle.

70 Millionen Dollar für Strom

Frühere Schätzungen gaben an, dass der Platz ausreichen würde, um 24-Stunden-Videos und Audio-Aufnahmen jedes Amerikaners eines ganzen Jahres zu speichern. Mittlerweile hat Google sogar größere Datenzentren. Kahle zufolge wird allein die Stromrechnung für die NSA kostenintensiv: Er schätzt diese auf etwa 70 Millionen Dollar pro Jahr.

Noch weitere Zentren

Die Zahlen sind allerdings mit Vorsicht zu genießen, da man nicht weiß, ob es sich um echte Baupläne handelt und auch keine genaueren Umstände kennt. Zudem betreibt die NSA neben dem Datenzentrum in Utah noch weitere. (red, derStandard.at, 25.7.2013)

Links

Forbes

  • Die Baupläne deuten mittlerweile auf kleinere Datenkapazitäten hin als
    foto: forbes

    Die Baupläne deuten mittlerweile auf kleinere Datenkapazitäten hin als

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