Früher Tod verwehrte Rosalind Franklin den Nobelpreis

25. Juli 2013, 15:13
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Britische Biochemikerin wäre am Donnerstag 93 geworden - Ihre Arbeiten lieferten Grundlage für Aufklärung der DNA-Doppelhelixstruktur

Am Donnerstag wäre Rosalind Franklin 93 Jahre alt geworden. Die Suchmaschine Google begeht diesen Anlass mit einem eigenen Doogle. Die britische Biochemikerin war maßgeblich an der Entschlüsselung des menschlichen Erbgutes beteiligt. Dabei lieferten ihre Röntgenstrukturanalysen einen Grundstein zur Aufklärung der Doppelhelixstruktur der DNA. Ihr früher Krebstod im Alter von nur 38 Jahren verhinderte jedoch letztlich, dass sie für ihre Arbeiten mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde.

Während im Jahr 1962 James Watson, Francis Crick und Maurice Wilkins für die Aufklärung der DNA-Struktur den Nobelpreis erhielten, blieben Franklins Verdienste um die Entschlüsselung der Erbsubstanz weitgehend ungewürdigt. Bereits 1953 erwähnte die  Biochemikerin in ihren Notizen laut einer Biografin die Erbsubstanz als Struktur aus zwei Ketten.

DNA-Modell nicht ohne Franklins Forschungen

Zwei Wochen nach Franklins Röntgenversuchen bauten Watson und Crick am Cavendish Laboratory in Cambridge ihr bis heute gefeiertes DNA-Modell. Dieser Durchbruch ist nach weit verbreiteter Ansicht nicht ohne die bis dahin unveröffentlichten Untersuchungen von Franklin zu erklären. Eine wichtige Rolle kommt dabei dem sogenannten "Foto 51" zu, das Franklins Kollege Wilkins ohne ihre Zustimmung an Crick und Watson weitergab. Die Aufnahme war ein Beleg für jene Struktur des DNA-Moleküls, für die es zuvor nur theoretische Annahmen gab. Rosalind Franklin starb 1958 an Eierstock-Krebs. Die Aufklärung des DNA-Bauplans wurde erst zwei Jahre später für den Nobelpreis vorgeschlagen. (red, derStandard.at, 25.07.2013)

  • Der Google-Doodle vom 25. Juli ist der Biochemikerin Rosalind Franklin gewidmet. Im zweiten "o" ist ihr stilisiertes Porträt eingefügt, das "l" wird von einem DNA-Strang gebildet; das "e" am Ende zeigt das berühmte "Foto 51", das James Watson, Francis Crick und Maurice Wilkins schließlich zum DNA-Strukturmodell führte.
Das King's College London zeigt derzeit eine Ausstellung zum "Foto 51" und seinen Folgen für die Wissenschaft.
    screenshot: google

    Der Google-Doodle vom 25. Juli ist der Biochemikerin Rosalind Franklin gewidmet. Im zweiten "o" ist ihr stilisiertes Porträt eingefügt, das "l" wird von einem DNA-Strang gebildet; das "e" am Ende zeigt das berühmte "Foto 51", das James Watson, Francis Crick und Maurice Wilkins schließlich zum DNA-Strukturmodell führte.

    Das King's College London zeigt derzeit eine Ausstellung zum "Foto 51" und seinen Folgen für die Wissenschaft.

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