Montenegro: "Teufelsaustreibung" nach Regenbogenparade

25. Juli 2013, 13:40
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Am Mittwoch war es zu schweren Ausschreitungen gegen AktivistInnen gekommen - Priester besprengte Versammlungsplatz für die Parade mit Weihwasser

Podgorica - In einer Art Vertreibung des Bösen hat ein serbisch-orthodoxer Priester den Versammlungsplatz von Lesben und Schwulen in der montenegrinischen Urlauberhochburg Budva geweiht. "Auf das Schärfste verurteilen wir die heutige Parade der Schande und der Krankheit", sagte der Priester am Mittwochabend, wie lokale Medien am Donnerstag übereinstimmend berichteten. "Wir bitten Gott, aus Montenegro alle teuflischen Angriffe zu vertreiben", sagte der Geistliche weiter, bevor er den angeblich entehrten Platz vor der Altstadt mit Weihwasser besprengte.

Schwere Ausschreitungen

Am Mittwoch war es zu schweren Ausschreitungen gegen zwei Dutzend Schwule und Lesben gekommen, die erstmals einen kurzen Spaziergang auf der Promenade veranstalteten. Eine wütende Menge bewarf die Parade-TeilnehmerInnenmit Steinen, Gläsern, Flaschen und Eiern. Ein Großaufgebot der Polizei konnte Schlimmeres verhindern, die AktivistInnen brachten sich mit einem Ausflugsboot vor den Angreifern in Sicherheit. Die Regierung des EU-Kandidaten Montenegro hatte die erste Regenbogenparade erlaubt, um die demokratische Reife ihres kleinen Landes unter Beweis zu stellen. (APA, 25.7.2013)

  • Am Mittwoch ist es zu Ausschreitungen während der Parade gekommen.
    foto: epa/boris pejovic

    Am Mittwoch ist es zu Ausschreitungen während der Parade gekommen.

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