Spionageaffäre verunsichert Internet-Nutzer massiv

25. Juli 2013, 12:56
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"Dies ist eine dramatische Veränderung gegenüber der Umfrage von vor zwei Jahren."

Die Enthüllungen über die Spionagetätigkeit der US-Geheimdienste verunsichern die deutschen Internetnutzer nach Angaben des IT-Verbandes Bitkom erheblich. 58 Prozent der Internetnutzer vertrauten nach einer neuen Umfrage des Verbandes Staat und Behörden nicht mehr, wenn es um den Umgang mit persönlichen Daten gehe, erklärte Bitkom-Präsident Dieter Kempf am Donnerstag. "Dies ist eine dramatische Veränderung gegenüber der Umfrage von vor zwei Jahren." Nur noch ein Drittel der Nutzer bringe staatlichen Behörden sehr starkes oder starkes Vertrauen entgegen. Gesunken ist ebenfalls das Vertrauen in den Umgang der Unternehmen mit persönlichen Daten. Nur noch 34 Prozent (2011: 41) hätten sehr starkes oder starkes Vertrauen in die Wirtschaft. Als Konsequenz wolle fast die Hälfte der Internet-Nutzer keine vertraulichen oder wichtigen Dokumente mehr als E-Mail verschicken.

Schnelle Aufklärung

Kempf forderte von allen beteiligten Regierungen eine schnelle Aufklärung, welche Rechte Geheimdienste beim Abfischen von Daten hätten. Geschehe dies nicht, werde es nicht gelingen, den Vertrauensverlust zu stoppen. "Eine Volkswirtschaft die IT weniger nutzt, macht aber einen Rückschritt", warnte Kempf. Die IT-Branche müsse verstärkt über die Möglichkeiten beim Einsatz von Verschlüsselungssoftware aufklären. Hier hätten deutsche Unternehmen gute Marktchancen.

Auslöser der Debatte sind die Enthüllungen des ehemaligen Mitarbeiters des US-Geheimdienstes Edward Snowden. Am Mittag sollen im Parlamentarischen Kontrollgremium sowohl Kanzleramtschef Ronald Pofalla als auch die Chefs der deutschen Geheimdienste BND, MAD und Verfassungsschutz die Bundestagsabgeordneten über die Zusammenarbeit mit dem US-Geheimdienst informieren. (APA, 25.7. 2013)

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