13.600 Steuersünder legen ihr Schweizer Vermögen offen

25. Juli 2013, 12:23
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Die erste Tranche aus dem Steuerabkommen mit der Schweiz bringt dem heimischen Fiskus 417 Millionen

Das Steuerabkommen mit der Schweiz hat die ersten Millionen in die Kassen der Republik gespült. Die Eidgenössische Steuerverwaltung habe am Donnerstag die erste Tranche von 416,7 Millionen Euro überwiesen, gab das Finanzministerium bekannt. Dabei handelt es sich um jene in der Schweiz deponierten Vermögen, deren österreichische Besitzer anonym bleiben wollen. Für Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) zeigt "dieser große Erfolg, dass wir mit dem gemeinsamen Steuerabkommen den absolut richtigen Weg eingeschlagen haben".

Rund 13.600 österreichische Steuerflüchtlinge mit einem Gesamtvermögen von 4,4 Milliarden Euro haben sich zudem in der Schweiz selbst bei ihrer Bank gemeldet. Die Frist dazu ist Ende Mai ausgelaufen. Die Datensätze werden nun nach Wien übermittelt und an die zuständigen Finanzämter verteilt. Noch nicht versteuerte Vermögen in der Schweiz werden dann nachversteuert und den Steuersündern die Möglichkeit geboten, sich selbst in Österreich anzuzeigen und so nach Zahlung der Steuern straffrei auszugehen.

Weitere Tranchen der anonymen Abgeltungszahlungen sollen bis Juni 2014 monatlich erfolgen. Im Finanzministerium zeigt man sich auf Nachfrage von derStandard.at daher zuversichtlich, dass die budgetierte Milliarde erreicht werden kann. Ab März kommenden Jahres werde zudem die laufende Quellensteuer auf Kapitalerträge auf Bankkonten und Wertpapierdepots weitergeleitet.

20 Milliarden von Österreichern in der Schweiz vermutet

Ende vergangenen Jahres ratifizierte Österreich das Steuerabkommen mit der Schweiz. Bis dahin unversteuertes Geld aus Österreich auf Schweizer Konten sollte dadurch versteuert werden. Seit 1. Jänner heben Schweizer Banken auf österreichische Kapitalvermögen eine Abgeltungssteuer nach dem Vorbild der österreichischen Kapitalertragssteuer ein. Schätzungen zufolge sollen bis zu 20 Milliarden Euro von Österreichern in der Schweiz gebunkert sein.

Steuerberater hatten bereits im Vorfeld des Steuerabkommens mit einer Selbstanzeigen-Lawine gerechnet. Entscheidet man sich dazu, die anonyme Abgeltungssteuer auf sein Schwarzgeld zu zahlen, liegt die Nachzahlung bei 15 bis 38 Prozent (je nach Dauer der Steuerflucht und Höhe des Vermögens). Bei der Selbstanzeige wären es in aller Regel nur acht bis zwölf Prozent des Vermögens - also deutlich weniger. (rom, derStandard.at, 25.7.2013)

  • Minister Maria Fekter und ihre Schweizer Kollegin Eveline Widmer-Schlumpf bei der Verkündung des Steuerdeals.
    foto: reuters/sprich

    Minister Maria Fekter und ihre Schweizer Kollegin Eveline Widmer-Schlumpf bei der Verkündung des Steuerdeals.

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