Reden wir über das Wetter

24. Juli 2013, 18:17
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Es ist heiß, aber nicht rekordverdächtig heiß, Wetterrekorde kann der Juli 2013 trotzdem noch bereithalten, etwa aufgrund der Trockenheit. In Ried im Innkreis zum Beispiel sind nur drei Prozent der Regenmenge eines durchschnittlichen Juli gefallen

Wien - Ganz oben auf der Liste der wichtigsten Stichworte für Smalltalk dieser Tage rangieren die Begriffe Hitzewelle, Rekordsommer und Höchsttemperaturen. Für ein tiefergehendes Gespräch ein paar schweißtreibende Fakten:

  • Kommenden Samstag ist es genau 30 Jahre her, dass ein Thermometer den historischen Hitzerekord Österreichs gemessen hat: 39,7 Grad zeigte damals die Messstelle in Dellach in Kärnten an. Dass das Jubiläum des Orts im Oberen Gailtal dieser Tage in den (Kühle spendenden) Schatten gestellt werden könnte, hält Andreas Frank, Meteorologe der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), für unwahrscheinlich. Am ehesten würden in Tirol und Vorarlberg Rekorde gebrochen, allerdings nur regionale Höchstwerte. An der 40-Grad-Marke werde nicht gekratzt.
  • Von einer Hitzewelle zu sprechen, ist trotzdem legitim - zumindest nach einer der vielen Definitionen, die es laut Frank dafür gibt: Der zufolge muss es an mindestens drei Tagen in Folge über 30 Grad heiß sein. Abkühlung ist frühestens in der Nacht auf Montag (im Westen, im Osten auf Dienstag) zu erwarten.
  • 30 Grad oder mehr über mindestens eine Woche können auf Fahrbahnen höchst unerwünschte Effekte erzielen, wie Hannes Zausnig von der Asfinag erklärt: Wenn es auch nachts nicht deutlich abkühlt, können Betonplatten sich so weit ausdehnen, dass sie aneinanderprallen und sich aufwölben: Es kommt zu sogenannten Blow-ups - derer es mehrere im Juni in Deutschland gab. Man beobachte die Lage aufmerksam, hieß es am Mittwoch von der Asfinag.
  • Vorsicht ist auch wegen Trockenheit geboten: Die Feuerwehr warnt vor akuter Waldbrandgefahr in allen Bundesländern außer Tirol und Vorarlberg. In manchen Regionen, etwa in Wien, hat es seit zwei Wochen nicht geregnet. In Ried im Innkreis (OÖ) wurden statt 100 Litern, wie im Juli-Durchschnitt üblich, laut Zamg nur drei Liter Regen pro Quadratmeter gemessen. Ähnliche Werte weisen Mattsee in Salzburg (95 Prozent weniger Regen als üblich) und das steirische Fürstenfeld auf (8 statt 100 Liter).
  • Obschon also die Höchsttemperaturmarke nicht erreicht wird, muss ein Wettergespräch nicht ohne Superlative auskommen: Bezüglich Trockenheit, Sonnenstunden und Durchschnittswärme des Monats erwartet ZAMG-Klimatologe Alexander Orlik für Juli 2013 einen "Platz unter den fünf extremsten Jahren". (Gudrun Springer, DER STANDARD, 25.7.2013)
  • Bei Temperaturen über 30 Grad springt es sich besonders freudig ins kalte Nass. Was man dem Pool nicht ansieht: Vielerorts in Österreich herrscht seit Wochen große Trockenheit.
    foto: apa/schlager

    Bei Temperaturen über 30 Grad springt es sich besonders freudig ins kalte Nass. Was man dem Pool nicht ansieht: Vielerorts in Österreich herrscht seit Wochen große Trockenheit.

  • Die 40 Grad wurden noch nicht geknackt.
    grafik: der standard

    Die 40 Grad wurden noch nicht geknackt.

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