"Saints Row 4" in der Vorschau: Verbrecher, Aliens und Dubstep-Kanonen

27. Juli 2013, 12:00
20 Postings

Mit Brachialhumor und Superkräften muss die Welt von einer Alienplage befreit werden

Die "Saints" sind wieder da. Die Bande, die sich in bislang drei Ausgaben von "Saints Row" aus der Kleinkriminalität zum "A-Team" für CIA-Spezialmissionen hochgearbeitet hat, kehrt kommenden August zurück. Der GameStandard hatte die Gelegenheit, einen ersten Blick auf das Open World-Actionspiel "Saints Row 4" zu nehmen.

Die Aliens kommen

Heiß her geht es bereits in der einführenden Mission. Arabische Terroristen haben eine Atomrakete in ihre Gewalt gebracht und planen, damit größeren Schaden anzurichten. Gemeinsam mit den eigenen Teamkollegen stürmt man den Komplex (mit Beschilderungen a la "Approved Terrorists Only" und "No Infidely Beyond This Point"), um schließlich einem alten Bekannten zu begegnen, der im Stile des versinkenden Terminators den Sprengkörper doch noch auf die Reise schickt.

Doch ein Held wäre kein Held, würde er sich nicht auf besagte Rakete schwingen und untermalt von traurigen Verabschiedungen und Aerosmith's "I Don't Want To Miss A Thing" selbige verfrüht zur Detonation bringen – und freilich überleben. Um anschließend zum Präsidenten gewählt zu werden, dessen Bemühungen um eine Wiederwahl von einer Alieninvasion unterbrochen werden.

Zinyak ist der außerirdische Oberschurke, der die Welt – in Form einer frei begeh- und befahrbaren Stadt – an sich gerissen hat. Stück für Stück, Bezirk für Bezirk, gilt es Quests und Actioneinlagen zu meistern, um ihn zu stürzen. Ist ein Bereich befreit, wirft er regelmäßig Geld ab, dass von der Aufwertung eigener Kräfte, Waffen oder Kleidung in allerlei Bereiche investiert werden kann.

Große Anpassbarkeit

In puncto Charakteranpassbarkeit haben sich die Entwickler besonders ins Zeug gelegt. Der eigene Held kann umfassend angepasst werden, von den Gesichtszügen über die Hosenausbeulung bis hin zur Tonlage der Stimme. Wer sich einen zwei Meter großen Muskelberg mit der Stimme von Donald Duck erschaffen will, kann dies tun. Bei Unzufriedenheit lässt sich später in Schönheitssalons weiterexperimentieren.

"Kindergeburtstag mit zu viel Red Bull"

Von Marketingverantwortlichen wird das Spiel unter anderem als "Kindergeburtstag mit zuviel Red Bull" beschrieben. Und diesem "Over-the-Top"-Ansatz bleibt man auch in allen anderen Aspekten treu. Neben dem üblichen Arsenal herkömmlicher Waffen gesellen sich auch Schießprügel wie die Dubstep-Kanone oder ein Schwarzer-Loch-Werfer hinzu.

Erstere lässt sich – um Langeweile vorzubeugen – mit unterschiedlichen Musiktracks laden. Aber auch normale Waffen lassen sich optisch aufpäppeln, so dass das Maschinengewehr nach erfolgreicher Behandlung aussieht wie eine Spritzpistole.

Superheld

Der Held oder die Heldin selbst ist nicht nur per pedes und in diversen (ebenfalls aufpeppbaren) Autos und Zweirädern unterwegs, sondern kann sich auch am Fuhrpark der Alien-Invasoren bedienen, die unter anderem flotte Hovercrafts ihr Eigen nennen. Alternativ springt, schwebt und flitzt man aber auch ganz ohne motorisiertem Untersatz durch die Stadt, denn man erwirbt im Laufe der Zeit aufwertbare Superkräfte.

Erwähnt werden sollte auch, dass über dem Stadtzentrum ein riesiges Raumschiff schwebt, was ein wenig "Independence Day"-Flair aufkommen lässt. Abschnittsweise verlässt man seine angestammte Umgebung auch, etwa wenn Zinyak den Spieler kurzerhand in eine nicht minder abgedrehte Version einer 50er-Jahre-Kleinstadt verfrachtet.

Über 20 Stunden Spielzeit

Versprochen werden wenigstens über 20 Stunden Spielzeit für den fertigen Titel, die sich über die Erledigung optionaler Aufgaben vervielfachen lassen sollen. Wie solide der Titel in technischer Hinsicht ist, bleibt abzuwarten. In der gezeigten, noch nicht ganz fertigen Fassung fielen noch kleinere grafische Ungereimtheiten auf.

Lustig?

Wenn "Saints Row 4", wie schon die Vorgänger, an einem nicht spart, dann sind es Anspielungen. Egal ob andere Games, Politik oder Popkultur – kaum etwas ist den Machern von Volition heilig geblieben. Auch hinterfragbare Spielmechaniken werden parodiert, etwa durch allerlei sinnlose Button-Mashing-Einlagen, beispielsweise beim Essen eines Pfannkuchens.

Das Gefallen oder Nichtgefallen wird zu einem guten Teil eine reine Geschmacksfrage sein, so die Umsetzung allgemein solide ausfällt. Die zahlreichen Anspielungen und Scherze werden nur selten mit feiner Klinge vorgetragen. Freunde des Brachialhumors werden sich eher zu Hause fühlen als subtilere Gemüter.

"Saints Row 4" erscheint über Deep Silver am 23. August für Xbox 360, PlayStation 3 und PC. In Zukunft will man sowohl kostenlosen als auch kostenpflichtigen DLC veröffentlichen, unter anderem um das aktuelle Geschehen auf der Welt weiter zu begleiten. (Georg Pichler, derStandard.at, 24.07.2013)

  • Alienfiesling Zinyak hat die Erde erobert.
    foto: deep silver

    Alienfiesling Zinyak hat die Erde erobert.

  • Mithilfe von Superkräften gilt es, ihm und seiner Armee Einhalt zu gebieten.
    foto: deep silver

    Mithilfe von Superkräften gilt es, ihm und seiner Armee Einhalt zu gebieten.

  • Das Spiel liefert allerlei Anspielungen an Geschehnisse auf der Welt, Popkultur und andere Games - unter anderem mit einer Umsetzung von Pfannkuchenessen als Button-Mashing-Quicktime-Event.
    foto: deep silver

    Das Spiel liefert allerlei Anspielungen an Geschehnisse auf der Welt, Popkultur und andere Games - unter anderem mit einer Umsetzung von Pfannkuchenessen als Button-Mashing-Quicktime-Event.

  • Die Waffenauswahl fällt kunterbunt und originell aus. Mit der Dubstep-Kanone, deren Tracks sich erweitern lassen, bringt man die Massen zum Tanzen.
    foto: deep silver

    Die Waffenauswahl fällt kunterbunt und originell aus. Mit der Dubstep-Kanone, deren Tracks sich erweitern lassen, bringt man die Massen zum Tanzen.

Share if you care.