USA liefern keine F16-Jets mehr an Ägypten

24. Juli 2013, 19:42
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Obama: Entscheidung angesichts der "aktuellen Situation" - Ägyptisches Militär ruft Bürger zu Solidaritätsdemos auf

Kairo - US-Präsident Barack Obama hat sich "angesichts der aktuellen Situation" entschieden, die Lieferung weiterer F-16-Jets bis auf weiteres auszusetzen, hieß es am Mittwoch aus dem Pentagon. Die Entscheidung sei in Abstimmung mit dem gesamten nationalen Sicherheitsapparat erfolgt, erklärte ein Sprecher.

Noch vor zwei Wochen hatte es geheißen, der Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Morsi durch das Militär habe keine Auswirkung auf die Lieferpläne. Im August hätten vier, im Dezember acht weitere Jets von den USA nach Ägypten geliefert werden sollen.

Soldaten am Sinai erschossen

Unterdessen bleibt die Lage in Ägypten explosiv. Auf der Sinai-Halbinsel wurden zwei Soldaten erschossen. Drei Islamisten kamen zudem Mittwochnachmittag ums Leben, als ihr eigener, mit Sprengstoff präparierter Wagen vorzeitig explodierte und für sie zur tödlichen Falle wurde.

In Ägypten droht eine neue gewaltsame Konfrontation zwischen Anhängern und Gegnern Morsis. Verteidigungsminister und Armeechef Abdel Fattah al-Sissi rief seine Landsleute am Mittwoch zu Solidaritätskundgebungen mit dem Militär auf. Mit den Demonstrationen am Freitag könnten die Ägypter der Armee das Mandat für den Kampf gegen Gewalt und Terrorismus geben, sagte Sissi am Mittwoch. Die mit Morsi verbündeten Muslimbrüder verurteilten die Erklärung als eine Einladung zum Bürgerkrieg.

Armeechef spricht sich für nationale Versöhnung aus

Zu Beginn seiner Rede bei einer militärischen Zeremonie rief Sissi zu einer Gedenkminute für die Todesopfer der vergangenen Tage auf und sprach sich für eine nationale Versöhnung aus. Er wandte sich gegen Kritik, die Armee habe sich gegen den gewählten Präsidenten gestellt. Sie nehme nur Befehle und Anweisungen vom ägyptischen Volk entgegen. Sissi versicherte, sein Aufruf zu Kundgebungen am Freitag sei keine Aufforderung zur Gewalt gegen die Morsi-Anhänger.

Die Streitkräfte hatten am 3. Juli nach Massenprotesten Morsi abgesetzt und den obersten Verfassungsrichter Adli Mansur zum Übergangspräsidenten bestimmt. Sissi behielt in der neuen Regierung sein Amt als Verteidigungsminister und wurde außerdem stellvertretender Ministerpräsident. Das unterstreicht seine Position als starker Mann des bevölkerungsreichsten arabischen Landes. (APA/Reuters, 24.7.2013)

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    Al-Sissi fordert seine Landsleute zu Solidaritätskundgebungen für die Armee auf.

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