Trockenheit: Maisbauern drohen Einbußen bis zu 70 Prozent

24. Juli 2013, 10:24
80 Postings

Österreichische Hagelversicherung geht von einem flächendeckendem Ereignis aus

Wien - Auf die lange Kälte ist in Süd- und Südostösterreich heuer eine Trockenperiode gefolgt, die sich nun laut Prognosen zur echten Hitzewelle a la Hundstage steigert. "Der ausbleibende Niederschlag und die andauende Hitze führen regional schon zu enormen Trockenschäden - besonders beim Mais", erklärt ein Sprecher der Hagelversicherung. Beim Mais seien Ertragseinbußen bis zu 70 Prozent zu befürchten. Am stärksten betroffen sind Ober- und Unterkärnten, der Lungau in Salzburg, die Steiermark südlich der Mur, das Süd- und Nordburgenland.

Spitzenerträge ausgeschlossen

"Mit regional oft weniger als 60 Millimeter Niederschlag im Juni und Juli fiel speziell im Süden um mehr als die Hälfte weniger Regen als im langjährigen Schnitt", so die Hagelversicherung. "Spitzenerträge sind bereits ausgeschlossen", sagt Landwirtschaftskammer-Experte Günther Rohrer.

Je tiefer die Pflanzen wurzeln, desto eher könnten sie das Wetter gut überstehen, wenn es sogenannte Tropentage und Tropennächte mit mehr als 32 bzw. 20 Grad Celsius gibt, von denen für die kommenden Tage einige prognostiziert sind. "Eine Hitzeperiode nach sechs Wochen mit zu wenig Regen", nennt Rohrer als besondere Herausforderung für die Ackerpflanzen.

"Wegen des trockenen Bodens gibt es auch wenig bis gar keine Taubildung - doppelt hart für die Pflanzen, trockener Boden und trockene Luft." Er wünscht sich Nächte mit 15 Grad Celsius und Tagestemperaturen von 20 bis 30 Grad - "und dazu noch 15 Millimeter Regen pro Woche - das wäre ideal".

Kürbiskulturen betroffen

Nun ist aber Mais alles andere als ein Tiefwurzler und auf der ganzen nördlichen Hemisphäre Niederschlagsmaxima im Juli und August - die es bisher in Südösterreich noch nicht gab - gewohnt, erklärt Rohrer. Die Trockenheit treffe aber nicht nur Mais, sondern vor allem in der Steiermark auch die Kürbiskulturen, denen auch schon die Feuchte im Frühjahr schlecht tat. Auch die Erdäpfel würden im Wachstum leiden.

Nicht betroffen seien Getreide wie Roggen, Weizen und Gerste, die bereits geerntet werden. Die Trockenheit ist auch immerhin beim Heu machen erwünscht. Auch Wein, Obstkulturen und die Zuckerrübe vertragen das trockene Wetter besser als Mais, Kürbis oder Erdäpfel.

Ende der Hitzeperiode noch nicht vorherzusehen

In den übrigen Gebieten Österreichs ist es trotz teilweise katastrophaler Überschwemmungen vor Wochen auch trocken. "Zeitversetzt sind ähnliche Probleme wie in Südösterreich möglich, aber für dort sind diese Woche Gewitter angesagt", sagt Rohrer. Auch im Bezirk Lienz in Osttirol sei es derzeit zu trocken, weil dort aber ein Gutteil des Gebiets mehr als 800 Meter über der Adria liegt, wirke sie sich nicht so stark aus wie im Tal, so der Pflanzenbaufachmann.

"Da ein Ende der Hitzeperiode noch nicht vorherzusehen ist - im Gegenteil es wird noch heißer - geht die Österreichische Hagelversicherung bereits jetzt von einem flächendeckenden Ereignis aus", heißt es von der Hagelversicherung. (APA, 24.7.2013)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Vor allem Maisbauern müssen aufgrund der anhaltenden Trockenperiode mit Ernteausfällen rechnen.

  • Bild nicht mehr verfügbar

    In Süd- und Südostösterreich herrscht derzeit enorme Trockenheit.

Share if you care.